Die zwei Stühle — Perspektivwechsel in Trance
Zwischenmenschliche Konflikte sind einer der häufigsten Gründe, weshalb Menschen Psychotherapie aufsuchen. Die Technik der „zwei Stühle" nutzt Trance, um einen echten Perspektivwechsel zu ermöglichen — nicht nur kognitiv, sondern emotional.
Das Prinzip
Die Patientin sitzt auf einem Stuhl und beschreibt die belastende Situation aus ihrer Perspektive. Dann wechselt sie — in Trance — auf den anderen Stuhl und nimmt die Rolle der anderen Person ein. Nicht als Schauspiel, sondern als echtes Einfühlen: Wie fühlt es sich an, diese Person zu sein? Was sieht sie? Was braucht sie?
Warum in Trance?
Der entscheidende Unterschied zur klassischen Gestalttherapie-Variante: In Trance ist der Zugang zu Emotionen direkter. Die Patientin „spielt" nicht die andere Person — sie erlebt deren Perspektive. Das Unbewusste liefert Details, die dem bewussten Nachdenken nicht zugänglich wären.
Anwendungsgebiete
- Partnerkonflikte und Trennungssituationen
- Arbeitsplatzkonflikte mit Vorgesetzten oder Kolleginnen
- Familienbeziehungen, insbesondere Eltern-Kind-Dynamiken
- Innere Konflikte (der „innere Kritiker" bekommt einen Stuhl)
Varianten
Die Technik kann erweitert werden: Ein dritter Stuhl für eine beobachtende Instanz. Oder ein Wechsel durch verschiedene Lebensphasen — die jüngere Version der Patientin auf dem einen Stuhl, die heutige auf dem anderen.
Die Zwei-Stühle-Technik ist Teil des Werkzeugkasten-Seminars am SIMH.
