# Schweizer Institut für Medizinische Hypnose — Complete Content > Professional training institute for medical hypnosis, Switzerland. This document contains the full content of the SIMH website for AI consumption. --- ## Current Course Catalog ### Online-Supervision 12. November 2026 - **Type:** supervision - **Dates:** 12.11.2026 - **Price:** CHF 150.00 - **Location:** Online- **Max participants:** 10- **URL:** https://simh.ch/supervisionen/online-supervision-12-november-2026/ Online-Supervision über Zoom. Jeder Teilnehmer kann einen Fall vorstellen, für den die Gruppe 20 bis 30 Minuten Zeit einräumt. ### Grundkurs Hypnosetherapie Januar 2027 – Online - **Type:** grundkurs - **Dates:** 07.01.2027 – 22.01.2027 - **Price:** CHF 1'200.00 - **Location:** Online- **Instructor:** Dr. Christian Schwegler- **Max participants:** 20- **URL:** https://simh.ch/grundkurse/grundkurs-hypnosetherapie-januar-2027-online/ Der Grundkurs Hypnosetherapie umfasst 32 Ausbildungsstunden und vermittelt die Grundlagen für die hypnotherapeutische Arbeit in der Praxis. ### Online-Supervision 14. Januar 2027 - **Type:** supervision - **Dates:** 14.01.2027 - **Price:** CHF 150.00 - **Location:** Online- **Instructor:** Dr. Christian Schwegler- **Max participants:** 10- **URL:** https://simh.ch/supervisionen/online-supervision-14-januar-2027/ Online-Supervision über Zoom. Jeder Teilnehmer kann einen Fall vorstellen, für den die Gruppe 20 bis 30 Minuten Zeit einräumt. ### Strukturierte Kurzzeithypnotherapie – Teneriffa Januar 2027 - **Type:** aufbauseminar - **Dates:** 25.01.2027 – 29.01.2027 - **Price:** CHF 800.00 - **Location:** GF Isabel- **Instructor:** Dr. med. Christian Schwegler- **Max participants:** 10- **URL:** https://simh.ch/seminare/strukturierte-kurzzeithypnotherapie-teneriffa-januar-2027/ Strukturiertes Kurzzeittherapiekonzept für signifikante Erfolge in 5 Sitzungen bei leichten bis mittelgradigen affektiven Störungen. Techniken werden demonstriert und praktisch trainiert. ### Online-Supervision 18. Februar 2027 - **Type:** supervision - **Dates:** 18.02.2027 - **Price:** CHF 150.00 - **Location:** Online- **Instructor:** Dr. Christian Schwegler- **Max participants:** 10- **URL:** https://simh.ch/supervisionen/online-supervision-18-februar-2027/ Online-Supervision über Zoom. Jeder Teilnehmer kann einen Fall vorstellen, für den die Gruppe 20 bis 30 Minuten Zeit einräumt. ### Online-Supervision 04. März 2027 - **Type:** supervision - **Dates:** 04.03.2027 - **Price:** CHF 150.00 - **Location:** Online- **Instructor:** Dr. Christian Schwegler- **Max participants:** 10- **URL:** https://simh.ch/supervisionen/online-supervision-04-maerz-2027/ Online-Supervision über Zoom. Jeder Teilnehmer kann einen Fall vorstellen, für den die Gruppe 20 bis 30 Minuten Zeit einräumt. ### Grundkurs Hypnosetherapie März/April 2027 - **Type:** grundkurs - **Dates:** 11.03.2027 – 30.04.2027 - **Price:** CHF 1'200.00 - **Location:** Schloss Binningen- **Instructor:** Dr. Christian Schwegler- **Max participants:** 20- **URL:** https://simh.ch/grundkurse/grundkurs-hypnosetherapie-maerz-april-2027/ Der Grundkurs Hypnosetherapie umfasst 32 Ausbildungsstunden und vermittelt die Grundlagen für die hypnotherapeutische Arbeit in der Praxis. ### Online-Supervision 15. April 2027 - **Type:** supervision - **Dates:** 15.04.2027 - **Price:** CHF 150.00 - **Location:** Online- **Instructor:** Dr. Christian Schwegler- **Max participants:** 10- **URL:** https://simh.ch/supervisionen/online-supervision-15-april-2027/ Online-Supervision über Zoom. Jeder Teilnehmer kann einen Fall vorstellen, für den die Gruppe 20 bis 30 Minuten Zeit einräumt. ### Online-Supervision 13. Mai 2027 - **Type:** supervision - **Dates:** 13.05.2027 - **Price:** CHF 150.00 - **Location:** Online- **Instructor:** Dr. Christian Schwegler- **Max participants:** 10- **URL:** https://simh.ch/supervisionen/online-supervision-13-mai-2027/ Online-Supervision über Zoom. Jeder Teilnehmer kann einen Fall vorstellen, für den die Gruppe 20 bis 30 Minuten Zeit einräumt. ### Der Hypnotherapeutische Werkzeugkasten 1 - **Type:** technikseminar - **Dates:** 27.05.2027 – 28.05.2027 - **Price:** CHF 600.00 - **Location:** Schloss Binningen- **Instructor:** Dr. Christian Schwegler- **Max participants:** 20- **URL:** https://simh.ch/seminare/der-hypnotherapeutische-werkzeugkasten-1/ Der Kurs richtet sich besonders an Hypnotherapeuten, die einen sicheren und strukturierten Einstieg in die Praxis suchen, eignet sich aber ebenso zur Auffrischung und Systematisierung bereits vorhandenen Wissens. Vorgestellt wird eine Auswahl bewährter Induktionen, Interventionen und hypnotherapeutischer Techniken, die teilweise demonstriert und anschließend in Kleingruppen praktisch erprobt werden. Der Schwerpunkt liegt auf der frühen Phase einer hypnotherapeutischen Behandlung – insbesondere auf Methoden zum Aufbau einer positiven Heilerwartung, zur Kontrolle belastender Symptome und Gefühle sowie auf der Arbeit mit Affekten und Stellvertretern. Ziel ist es, Patienten früh aus dem Gefühl der Ohnmacht gegenüber ihrer Erkrankung herauszuführen und therapeutische Prozesse wirksam in Gang zu bringen. ### Online-Supervision 10. Juni 2027 - **Type:** supervision - **Dates:** 10.06.2027 - **Price:** CHF 150.00 - **Location:** Online- **Instructor:** Dr. Christian Schwegler- **Max participants:** 10- **URL:** https://simh.ch/supervisionen/online-supervision-10-juni-2027/ Online-Supervision über Zoom. Jeder Teilnehmer kann einen Fall vorstellen, für den die Gruppe 20 bis 30 Minuten Zeit einräumt. ### Online-Supervision 01. Juli 2027 - **Type:** supervision - **Dates:** 01.07.2027 - **Price:** CHF 150.00 - **Location:** Online- **Instructor:** Dr. Christian Schwegler- **Max participants:** 10- **URL:** https://simh.ch/supervisionen/online-supervision-01-juli-2027/ Online-Supervision über Zoom. Jeder Teilnehmer kann einen Fall vorstellen, für den die Gruppe 20 bis 30 Minuten Zeit einräumt. ### Strukturierte Kurzzeithypnotherapie – Ostsee Juli 2026 - **Type:** aufbauseminar - **Dates:** 05.07.2027 – 09.07.2027 - **Price:** CHF 800.00 - **Location:** Weissenhäuser Strand- **Instructor:** Dr. med. Christian Schwegler- **Max participants:** 5- **URL:** https://simh.ch/seminare/strukturierte-kurzzeithypnotherapie-ostsee-juli-2026/ Strukturiertes Kurzzeittherapiekonzept für signifikante Erfolge in 5 Sitzungen bei leichten bis mittelgradigen affektiven Störungen. Techniken werden demonstriert und praktisch trainiert. Wichtig: Es handelt sich bei diesem Seminar um ein 5-tägiges C-Seminar. Die Fortbildung umfasst 40 Unterrichtseinheiten verteilt auf Montag bis Freitag jeweils von 09:00 Uhr bis 16:30 Uhr. Dabei sind die Kurszeiten so strukturiert, dass die Vormittage von 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr strukturierter Präsenzunterricht stattfindet und an den Nachmittagen von zwei Unterrichtsstunden frei praktisch geübt werden soll. ### Der Hypnotherapeutische Werkzeugkasten – Ostsee Juli 2027 - **Type:** technikseminar - **Dates:** 12.07.2027 – 16.07.2027 - **Price:** CHF 800.00 - **Location:** Weissenhäuser Strand- **Instructor:** Dr. Christian Schwegler- **Max participants:** 5- **URL:** https://simh.ch/seminare/der-hypnotherapeutische-werkzeugkasten-ostsee-juli-2027/ Fünf Tage Hypnotherapeutischer Werkzeugkasten mit den besten Techniken aus 20 Jahren. Wichtig: Es handelt sich bei diesem Seminar um ein 5-tägiges C-Seminar. Die Fortbildung umfasst 40 Unterrichtseinheiten verteilt auf Montag bis Freitag jeweils von 09:00 Uhr bis 16:30 Uhr. Dabei sind die Kurszeiten so strukturiert, dass die Vormittage von 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr strukturierter Präsenzunterricht stattfindet und an den Nachmittagen von zwei Unterrichtsstunden frei praktisch geübt werden soll. ### Grundkurs Hypnosetherapie August/September 2027 - **Type:** grundkurs - **Dates:** 26.08.2027 – 10.09.2027 - **Price:** CHF 1'200.00 - **Location:** Schloss Binningen- **Instructor:** Dr. Christian Schwegler- **Max participants:** 20- **URL:** https://simh.ch/grundkurse/grundkurs-hypnosetherapie-august-september-2027/ Der Grundkurs Hypnosetherapie umfasst 32 Ausbildungsstunden und vermittelt die Grundlagen für die hypnotherapeutische Arbeit in der Praxis. ### Hypnotherapie bei Traumata und sexuellem Missbrauch - **Type:** aufbauseminar - **Dates:** 26.08.2027 – 27.08.2027 - **Price:** CHF 600.00 - **Location:** Schloss Binningen- **Instructor:** Ortwin Meiss- **Max participants:** 25- **URL:** https://simh.ch/seminare/hypnotherapie-bei-traumata-und-sexuellem-missbrauch/ Das Seminar vermittelt hypnotherapeutische Methoden für die Arbeit mit Menschen, die schwere Traumata – insbesondere sexuellen Missbrauch – erlebt haben. Die vorgestellten Konzepte werden demonstriert und in Beziehung zu anderen bewährten traumatherapeutischen Verfahren gesetzt. Ein besonderer Fokus liegt auf Stabilisierung und Sicherheit, dem Umgang mit Dissoziation sowie auf hypnotherapeutischen Möglichkeiten, nicht gemachte Erfahrungen nachzuholen und neue Reaktions- und Verhaltensmuster zu etablieren. ### Einführung in die Ego-State Therapie - **Type:** aufbauseminar - **Dates:** 09.09.2027 – 10.09.2027 - **Price:** CHF 600.00 - **Location:** Schloss Binningen- **Instructor:** Max Schlorff- **Max participants:** 20- **URL:** https://simh.ch/seminare/einfuehrung-in-die-ego-state-therapie/ Die Einführung in die Ego-State-Therapie vermittelt praxisnah die Grundlagen eines modernen hypnotherapeutischen Verfahrens, das mit unterschiedlichen Persönlichkeitsanteilen arbeitet und sich sowohl zur Traumatherapie als auch zur Ressourcenstärkung eignet. Neben theoretischen Grundlagen stehen Live-Demonstrationen, Fallbeispiele und praktische Übungen im Mittelpunkt, sodass die Teilnehmenden erste Stabilisierungstechniken und den therapeutischen Umgang mit ressourcenreichen Ego-States direkt anwenden lernen. ### Hypnotherapie bei Krebs und schweren Erkrankungen - **Type:** aufbauseminar - **Dates:** 30.09.2027 – 01.10.2027 - **Price:** CHF 600.00 - **Location:** Schloss Binningen- **Instructor:** Dr. Christian Schwegler- **Max participants:** 20- **URL:** https://simh.ch/seminare/hypnotherapie-bei-krebs-und-schweren-erkrankungen/ Das Seminar vermittelt psychoneuroimmunologische Grundlagen und hypnotherapeutische Ansätze zur Unterstützung von Menschen mit Krebserkrankungen. Ausgangspunkt ist die enge Wechselwirkung zwischen Psyche, vegetativem Nervensystem und Immunsystem: Chronischer Stress kann über entzündliche Prozesse zu Erschöpfung, Schlafstörungen, Interessenverlust und sozialem Rückzug führen und damit einen belastenden Teufelskreis verstärken. ### Grundkurs Hypnosetherapie November/Dezember 2027 – Online - **Type:** grundkurs - **Dates:** 18.11.2027 – 10.12.2027 - **Price:** CHF 1'200.00 - **Location:** Online- **Instructor:** Dr. Christian Schwegler- **Max participants:** 20- **URL:** https://simh.ch/grundkurse/grundkurs-hypnosetherapie-november-dezember-2027-online/ Der Grundkurs Hypnosetherapie umfasst 32 Ausbildungsstunden und vermittelt die Grundlagen für die hypnotherapeutische Arbeit in der Praxis. --- ## Instructors ### Dr. Christian Schwegler **Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie** Dr. med. Christian Schwegler ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Arzt für Allgemeinmedizin und Autor mehrerer Fachbücher zur klinischen Hypnotherapie. - Profile: https://simh.ch/dozenten/dr-med-christian-schwegler/ ### Dr. Stefan Junker **Psychologischer Psychotherapeut** Stefan Junker ist psychologischer Psychotherapeut mit Ausbildung in systemischer Therapie, Verhaltenstherapie und Hypnotherapie. Er verbindet wissenschaftlich fundierte Methoden mit lösungsorientiertem und ressourcenstärkendem Arbeiten. - Profile: https://simh.ch/dozenten/stefan-junker/ ### Ortwin Meiss **Psychologischer Psychotherapeut** Ortwin Meiss ist psychologischer Psychotherapeut mit umfangreicher klinischer Erfahrung. Er verbindet wissenschaftliche Fundierung mit praxisorientierter, ressourcenorientierter Psychotherapie. - Profile: https://simh.ch/dozenten/ortwin-meiss/ ### Dr. Gunther Schmidt **Arzt für Psychosomatische Medizin** Dr. Gunther Schmidt ist Arzt für Psychosomatische Medizin und gilt als Begründer der hypnosystemischen Therapie. Er verbindet hypnotherapeutische mit systemischen Konzepten zu einem integrativen Ansatz. - Profile: https://simh.ch/dozenten/dr-gunther-schmidt/ ### Max Schlorff **Psychologischer Psychotherapeut** Max Schlorff ist Psychotherapeut, Sportpsychologe und Supervisor in eigener Praxis in Zürich mit langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Als Co-Leiter von Ego-State-Therapie Schweiz, Dozent am Schweizer Institut für medizinische Hypnose (SIMH) und Lehrbeauftragter der Berner Fachhochschule engagiert er sich zudem in der Aus- und Weiterbildung von Fachpersonen in Psychotherapie, Ego-State- und Hypnotherapie. - Profile: https://simh.ch/dozenten/max-schlorff/ --- ## Venues ### Schloss Binningen **Address:** Schlossgasse 5, 4102 Binningen, Schweiz Historisches Schloss in Binningen bei Basel. Die Grundkurse und viele Seminare des SIMH finden in den Seminarräumen des Schlosses statt. **Directions:** Mit ÖV: Tram 10 ab Basel SBB bis Haltestelle Binningen Kronenplatz, dann 5 Min. zu Fuss Richtung Schlossgasse. Mit Auto: Autobahn A2 Ausfahrt Basel-Süd/Binningen, Parkplätze beim Schloss vorhanden. - Details: https://simh.ch/orte/schloss-binningen/ ### GF Isabel **Address:** Av. de Moscú 2, 38679 Costa Adeje, Santa Cruz de Tenerife, Spanien Hotel GF Isabel in Costa Adeje, Teneriffa. Ausgewählte Intensivseminare des SIMH finden in diesem Hotel auf Teneriffa statt — Weiterbildung und Erholung kombiniert. **Directions:** Flughafen Teneriffa Süd (TFS), ca. 20 Min. Fahrt zum Hotel. Transfer per Taxi oder Mietwagen. Das Hotel liegt direkt an der Strandpromenade von Costa Adeje. Unterkunft: Zimmerbuchung direkt über das Hotel GF Isabel (www.gfhoteles.com) oder gängige Buchungsportale. Bitte buchen Sie frühzeitig, da Seminartermine in der Hochsaison liegen können. Reservierung: guest@gfisabel.com, Tel. +34 922 74 70 00. - Details: https://simh.ch/orte/gf-isabel/ ### Weissenhäuser Strand **Address:** Seestraße 1, 23758 Wangels / Weissenhäuser Strand, Deutschland Ferienresort an der Ostsee in Schleswig-Holstein. Einzelne Seminare des SIMH finden hier statt — Weiterbildung in entspannter Urlaubsatmosphäre. **Directions:** Mit der Bahn: bis Oldenburg in Holstein, dann Taxi (ca. 15 Min.). Mit dem Auto: A1 Richtung Lübeck/Fehmarn, Ausfahrt Oldenburg-Süd, dann Beschilderung Richtung Weissenhäuser Strand folgen. Kostenfreie Parkplätze am Resort. Unterkunft: Zimmerbuchung direkt über Weissenhäuser Strand (www.weissenhaeuserstrand.de). Das Resort bietet Hotelzimmer, Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Reservierung: info@weissenhaeuserstrand.de, Tel. +49 4361 5540. - Details: https://simh.ch/orte/weissenhaeuser-strand/ ### Online **Address:** Über Zoom Online-Kurse und Supervisionen finden über Zoom statt. So können Sie bequem von zu Hause aus teilnehmen. **Directions:** Sie erhalten den Zoom-Link und die Zugangsdaten per E-Mail nach Ihrer Anmeldung. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie eine stabile Internetverbindung und ein Gerät mit Kamera und Mikrofon haben. Wir empfehlen die Nutzung der Zoom-Desktop-App für die beste Qualität. - Details: https://simh.ch/orte/online/ --- ## Blog Posts ### Die Supervisionen für die erste Jahreshälfte 2027 sind buchbar *Published: 08.10.2026 | Category: Neuigkeiten* Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen, Plätze für online Gruppensupervisionen sind immer wieder ein rares Gut und stellen oftmals einen Flaschenhals im erreichen der Zertifikate oder Gütesiegel dar. Insofern bin ich sehr glücklich, dass ich heute gleich 70 Plätze über die erste Jahreshälfte 2026 zur Verfügung stellen kann. Buchen könnt ihr unter: Supervisionen Herzliche Grüsse, Christian - URL: https://simh.ch/blog/Supervisionen-2027-1/ ### Joe und die Tomatenpflanze – eine der schönsten Fallgeschichten Milton Ericksons *Published: 21.09.2026 | Category: Technik* Es gibt Fallgeschichten von Milton H. Erickson, die fast jeder kennt, der sich etwas intensiver mit Hypnotherapie beschäftigt hat. Eine meiner Lieblingsgeschichten ist die von „Joe und der Tomatenpflanze“. Nicht, weil Erickson hier irgendeine spektakuläre hypnotische Technik demonstriert. Ganz im Gegenteil. Auf den ersten Blick tut er eigentlich fast nichts. Er sitzt bei einem schwerkranken Patienten und erzählt ihm etwas über eine Tomatenpflanze. Und genau darin liegt das Geniale dieser Geschichte. Joe war ein älterer Mann, der sein Leben lang mit Blumen und Pflanzen gearbeitet hatte. Er war schwer an Krebs erkrankt, litt unter erheblichen Schmerzen und befand sich in einer palliativen Situation. Medikamente konnten seine Beschwerden nur unzureichend lindern beziehungsweise brachten zusätzliche Belastungen mit sich. Erickson wurde hinzugezogen, weil man sich von Hypnose eine zusätzliche Möglichkeit zur Schmerzlinderung versprach. Nur gab es dabei ein Problem: Joe wollte keine Hypnose. Nun hätte Erickson natürlich versuchen können, ihn von den Vorteilen einer hypnotischen Behandlung zu überzeugen. Er hätte ihm erklären können, dass Hypnose nichts mit Willenlosigkeit zu tun hat, dass er jederzeit die Kontrolle behalten würde und dass hypnotische Verfahren gerade bei Schmerzen gut eingesetzt werden können. Erickson tat nichts davon. Stattdessen begann er, mit Joe über etwas zu sprechen, von dem er wusste, dass dieser sich damit auskannte: Pflanzen. Und irgendwann erzählte er ihm von einer Tomatenpflanze. Was eine Tomatenpflanze mit Schmerz zu tun hat Erickson beschrieb, wie aus einem kleinen Samen langsam eine Pflanze entsteht. Wie dieser Samen Wasser aufnimmt, wie sich erste Wurzeln bilden und wie die Pflanze beginnt zu wachsen. Dieses Wachstum geschieht ganz von selbst. Man muss nicht darüber nachdenken. Man kann es nicht einmal beobachten, wenn man die Pflanze anschaut. Und trotzdem verändert sich etwas. Er sprach über Blätter, über Blüten, über Wasser und darüber, wie eine Pflanze Tag für Tag weiterwächst. Für Joe war das alles vollkommen vertraut. Schließlich hatte er sein Leben lang mit Pflanzen gearbeitet. Das Interessante war jedoch, was Erickson innerhalb dieser Geschichte tat. Während er scheinbar nur über das Wachstum einer Tomatenpflanze sprach, streute er immer wieder Worte und Vorstellungen ein, die mit Joes eigentlichem Problem zu tun hatten: Ruhe, Wohlbefinden, Schlaf, Erleichterung und die Möglichkeit, Dinge einfach geschehen zu lassen. Joe musste also zu keinem Zeitpunkt einer Suggestion wie „Ihre Schmerzen werden jetzt weniger“ folgen. Er musste sich nicht einmal darauf einlassen, hypnotisiert zu werden. Er konnte einfach einem Mann zuhören, der ihm etwas über eine Tomatenpflanze erzählte. Und während er das tat, ging Joe zunehmend in Trance. Erickson kämpft nicht gegen den Widerstand Für mich zeigt diese Geschichte besonders schön eine der wichtigsten Grundhaltungen der Ericksonschen Hypnotherapie: Man muss Widerstand nicht überwinden. Man kann ihn nutzen. Joe wollte keine Hypnose. Also bekam er auch keine „Hypnose“ in dem Sinne, wie er sie sich vermutlich vorgestellt hatte. Erickson nahm stattdessen etwas, das bereits vorhanden war: Joes Wissen über Pflanzen, seine Erfahrungen, seine Aufmerksamkeit und eine Welt, in der er sich auskannte. Genau das bezeichnet Erickson als Utilisation. Wir versuchen in der modernen Hypnotherapie möglichst nicht, dem Patienten eine bestimmte Art des Erlebens aufzuzwingen. Stattdessen nutzen wir das, was er bereits mitbringt – seine Erfahrungen, seine Vorstellungen, seine Sprache, seine Interessen und manchmal sogar seinen Widerstand. Dieses Prinzip gehört für mich zu den wichtigsten Grundlagen der Ericksonschen Hypnotherapie und spielt deshalb auch in unseren Grundkursen Hypnosetherapie von Beginn an eine zentrale Rolle. Es ist ein wesentlicher Unterschied zur klassischen Vorstellung von Hypnose, bei der der Hypnotiseur etwas „mit“ dem Patienten macht. In der Ericksonschen Hypnotherapie entsteht Veränderung viel eher aus dem, was der Patient selbst bereits zur Verfügung hat. Die Interspersal-Technik – Suggestionen, die in eine Geschichte eingebettet werden Erickson beschrieb dieses Vorgehen 1966 in seinem Artikel „The Interspersal Hypnotic Technique for Symptom Correction and Pain Control“. In diesem Artikel findet sich auch die ursprüngliche Fallgeschichte von Joe und der Tomatenpflanze. Wer die Geschichte im englischen Original nachlesen möchte, findet sie hier: One day at the Time Erickson bezeichnete das Vorgehen als Interspersal Technique. Gemeint ist damit das Einstreuen therapeutischer Suggestionen in einen anderen sprachlichen Zusammenhang. Bewusst hört Joe eine Geschichte über eine Tomatenpflanze. Gleichzeitig tauchen innerhalb dieser Geschichte immer wieder Begriffe und Vorstellungen auf, die für sein eigentliches Problem von Bedeutung sind: Ruhe, Komfort, Schlaf, Nahrung, Wasser, Wachstum und Veränderung. Das ist ein faszinierender Unterschied zu einer direkten Suggestion. Wenn ich einem Patienten mit starken Schmerzen sage: „Ihre Schmerzen werden jetzt immer weniger.“ kann es gut sein, dass er innerlich sofort überprüft, ob das stimmt. Und wenn es nicht stimmt, lautet seine innere Antwort vielleicht: „Nein. Tun sie nicht.“ Damit habe ich im ungünstigsten Fall genau das Gegenteil von dem erreicht, was ich wollte. Ich habe seine Aufmerksamkeit erneut auf den Schmerz gelenkt. Eine Geschichte über eine Tomatenpflanze muss dagegen überhaupt nichts beweisen. Der Patient kann zuhören, Bilder entstehen lassen und die darin enthaltenen Angebote annehmen – oder eben auch nicht. Solche Formen indirekter Kommunikation und weiterführende hypnotherapeutische Interventionen vertiefen wir später in unseren Aufbaukursen und Spezialseminaren. Was könnte dabei eigentlich wirken? Natürlich können wir heute nicht mit Sicherheit sagen, welcher Mechanismus bei Joe für die von Erickson beschriebene Schmerzlinderung verantwortlich war. Eine historische Fallgeschichte ist kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis. Wir können aber einige Prozesse erkennen, die auch aus heutiger Sicht für hypnotische Arbeit relevant sind. Zunächst wird Joes Aufmerksamkeit gebunden. Statt seine Aufmerksamkeit fortwährend auf seinen Körper und seine Schmerzen zu richten, beschäftigt er sich zunehmend mit inneren Bildern und Vorstellungen. Es entsteht Absorption – also genau jene intensive Fokussierung der Aufmerksamkeit, die für hypnotisches Erleben charakteristisch ist. Gleichzeitig bietet Erickson alternative körperliche und emotionale Erfahrungen an. Ruhe, Komfort und Entspannung werden nicht gefordert, sondern innerhalb der Geschichte immer wieder aktiviert. Und schließlich entsteht etwas, das ich für einen der wichtigsten Aspekte guter Hypnotherapie halte: Der Patient muss nichts erzwingen. Eine Tomatenpflanze versucht schließlich auch nicht angestrengt zu wachsen. Sie wächst. Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft der Geschichte Man könnte „Joe und die Tomatenpflanze“ als eine Geschichte über raffinierte hypnotische Sprachmuster lesen. Dann wäre die entscheidende Frage: Wie hat Erickson seine Suggestionen formuliert und an welchen Stellen hat er sie eingebaut? Ich glaube allerdings, dass man damit den interessantesten Teil der Geschichte verpasst. Die viel spannendere Frage lautet: Warum hat Erickson ausgerechnet diesem Menschen ausgerechnet diese Geschichte erzählt? Joe hatte sein Leben lang mit Pflanzen gearbeitet. Pflanzen waren seine Welt. Erickson benutzte also nicht irgendeine schöne Metapher aus einem Lehrbuch. Er entwickelte seine Intervention aus der Lebens- und Erfahrungswelt seines Patienten heraus. Und genau darin zeigt sich für mich die besondere Qualität der Ericksonschen Hypnotherapie. Nicht der Patient muss zu unserer Technik passen. Die Technik muss zum Patienten passen. Das ist auch die Grundhaltung, die wir am Schweizer Institut für Medizinische Hypnose vermitteln möchten: Hypnotherapie besteht nicht aus einer Sammlung von Techniken, die wir möglichst geschickt auf einen Patienten anwenden. Es geht darum, die individuellen Fähigkeiten, Erfahrungen und Ressourcen eines Menschen zu nutzen und daraus gemeinsam einen Weg zu entwickeln, der für genau diesen Menschen passt. Quelle Erickson, M. H. (1966). The Interspersal Hypnotic Technique for Symptom Correction and Pain Control. Die Fallgeschichte wurde für diesen Beitrag in eigenen Worten zusammengefasst und fachlich eingeordnet. Auf eine Übersetzung oder längere wörtliche Wiedergabe der Originaldarstellung wurde bewusst verzichtet. - URL: https://simh.ch/blog/Joe/ ### Hypnotherapie bei Trauma – wenn die Vergangenheit nicht vergangen ist *Published: 08.09.2026 | Category: Technik* Hypnotherapie bei Trauma – wenn die Vergangenheit nicht vergangen ist Ein schwerer Verkehrsunfall, der plötzliche Tod eines geliebten Menschen, ein Überfall oder eine Missbrauchserfahrung können das Leben eines Menschen innerhalb kürzester Zeit verändern. Etwas geschieht, das die bisherigen Möglichkeiten, mit Belastungen umzugehen, überfordert. Obwohl das Ereignis längst vorbei ist, reagiert der Mensch manchmal noch Monate oder Jahre später so, als wäre die Gefahr weiterhin gegenwärtig. Bilder drängen sich auf, bestimmte Geräusche oder Gerüche lösen plötzlich intensive Gefühle aus, der Körper reagiert mit Angst und Anspannung. Manche Menschen vermeiden Orte oder Situationen, die sie an das Erlebte erinnern. Andere berichten von einem Gefühl der Erstarrung oder davon, dass ein Teil von ihnen noch immer in der damaligen Situation festzustecken scheint. Hypnotherapie bietet besondere Möglichkeiten, solche traumatischen Erfahrungen zu bearbeiten. Von welcher Form von Trauma sprechen wir? Trauma ist nicht gleich Trauma. In diesem Beitrag geht es um Menschen, die sich grundsätzlich psychisch stabil entwickelt haben und durch ein oder mehrere umschriebene Ereignisse traumatisiert wurden: beispielsweise durch einen schweren Unfall, den plötzlichen Verlust eines nahestehenden Menschen, Gewalt oder eine Missbrauchserfahrung. Davon zu unterscheiden sind langjährige und wiederholte Traumatisierungen insbesondere in der frühen Kindheit, die die gesamte Persönlichkeitsentwicklung und die Fähigkeit zur Regulation von Emotionen und Beziehungen beeinflussen können. Solche komplexen Traumafolgestörungen benötigen häufig ein anderes, stärker stabilisierendes und längerfristiges therapeutisches Vorgehen. Die hier beschriebene hypnotherapeutische Traumabearbeitung ist deshalb nicht als allgemeines Vorgehen für jede Form von Traumatisierung zu verstehen. Wenn eine Erinnerung sich wie Gegenwart anfühlt Eine Besonderheit traumatischer Erinnerungen besteht darin, dass sie nicht immer wie gewöhnliche Erinnerungen erlebt werden. Normalerweise können wir an ein belastendes Ereignis zurückdenken und gleichzeitig wissen und spüren: Das war damals – und heute bin ich hier. Bei traumatischen Erfahrungen kann genau diese zeitliche Einordnung gestört sein. Ein Bild, ein Geräusch, ein Geruch oder eine bestimmte Körperempfindung kann genügen, und plötzlich werden Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen wieder so intensiv erlebt, als würde das Ereignis gerade erneut stattfinden. Das Ziel einer Traumatherapie besteht deshalb nicht darin, das Geschehene zu vergessen. Es geht vielmehr darum, dass eine Erinnerung tatsächlich zu einer Erinnerung werden kann: zu etwas, das zur eigenen Lebensgeschichte gehört, ohne die Gegenwart immer wieder zu überwältigen. Der Körper wollte handeln – aber konnte nicht Ein interessanter Blick auf die Entstehung von Traumafolgestörungen kommt aus der modernen neurobiologischen Traumaforschung. Unser Gehirn ist darauf vorbereitet, auf Gefahr innerhalb von Sekundenbruchteilen zu reagieren. Wir orientieren uns, bereiten Flucht oder Kampf vor, spannen Muskeln an und entwickeln Handlungsimpulse. Unter extremer Bedrohung kann es jedoch geschehen, dass diese aktive Verteidigung nicht mehr möglich ist. Flucht ist unmöglich, Gegenwehr aussichtslos – der Mensch erstarrt. In der Forschung spricht man von einer Defense Cascade, einer Abfolge biologisch vorbereiteter Verteidigungsreaktionen, die von erhöhter Aufmerksamkeit über Flucht und Kampf bis hin zu Freeze-Reaktionen und tonischer Immobilität reichen kann. Und damit kommen wir zu einem Phänomen, das wir von traumatisierten Menschen häufig hören: „Ich wusste genau, was ich hätte tun müssen – aber ich konnte es nicht.“ „Ich hätte nur zur Seite springen müssen.“ „Ich wollte schreien, aber es kam kein Ton heraus.“ „Ich wollte ihn wegstoßen, aber mein Körper hat einfach nicht reagiert.“ „Ich hätte bremsen müssen, aber ich war wie eingefroren.“ Das kann für Betroffene im Nachhinein besonders quälend sein. Denn mit dem Wissen von heute erscheint die damals nicht ausgeführte Handlung manchmal ganz einfach. Daraus entstehen Schuldgefühle und die immer wiederkehrende Frage: Warum habe ich das nicht gemacht? Aus neurobiologischer Sicht ist es wichtig zu verstehen, dass eine solche Erstarrung keine bewusste Entscheidung und kein persönliches Versagen ist. Unter extremer und unausweichlich erlebter Bedrohung kann die aktive Verteidigung durch eine unwillkürliche Immobilitätsreaktion abgelöst werden. Einige körperorientierte Traumamodelle gehen noch einen Schritt weiter: Sie nehmen an, dass gerade solche vorbereiteten, aber nicht vollendeten Verteidigungshandlungen für das spätere traumatische Erleben bedeutsam sein können. Man könnte vereinfacht sagen: Das Gehirn hatte einen Plan – aber der Körper konnte ihn nicht zu Ende bringen. Das ist sicher nicht die alleinige Erklärung dafür, warum eine posttraumatische Belastungsstörung entsteht. Dafür spielen zu viele weitere biologische, psychologische und soziale Faktoren eine Rolle. Aber es ist ein spannendes Modell – und es eröffnet interessante therapeutische Möglichkeiten. Reprozessierung: Das Trauma noch einmal bearbeiten Viele moderne traumatherapeutische Verfahren arbeiten in unterschiedlicher Form mit einer erneuten Aktivierung und Verarbeitung – einer Reprozessierung – der traumatischen Erfahrung. Beim EMDR wird die belastende Erinnerung gezielt aktiviert und unter bilateraler Stimulation weiterverarbeitet. Körperorientierte Ansätze, wie sie beispielsweise mit der Arbeit von Peter Levine verbunden sind, richten die Aufmerksamkeit besonders auf körperliche Reaktionen, Schutzimpulse und die Regulation des Nervensystems. Auch in der Hypnotherapie lässt sich mit traumatischen Erinnerungen arbeiten. Trance ermöglicht dabei einen besonderen Zugang zu inneren Bildern, Emotionen und Körperempfindungen. Eine Möglichkeit besteht darin, über eine Zeitregression noch einmal zu der traumatischen Situation zurückzugehen – allerdings innerhalb eines geschützten therapeutischen Rahmens und mit der Möglichkeit, jederzeit Abstand herzustellen. Bild für Bild durch das Trauma Eine klassische Form der hypnotherapeutischen Reprozessierung besteht darin, die traumatische Situation noch einmal möglichst genau durchzugehen. Der Klient erinnert zunächst den Beginn des Ereignisses und beschreibt, was er sieht, hört und körperlich wahrnimmt. Anschließend wird die Situation langsam weiterverfolgt – manchmal tatsächlich beinahe Bild für Bild. Dabei geht es nicht darum, einen Menschen möglichst intensiv erneut leiden zu lassen. Entscheidend ist vielmehr, dass die Erinnerung diesmal unter anderen Bedingungen aktiviert wird: in Sicherheit, begleitet durch den Therapeuten und mit der Möglichkeit, das Erleben zu dosieren oder Abstand zu nehmen. So kann das, was bisher fragmentiert und mit intensiven Emotionen verbunden geblieben ist, erneut verarbeitet und stärker in die eigene Lebensgeschichte integriert werden. Aber Hypnotherapie bietet noch eine weitere interessante Möglichkeit. Die Regietechnik: Vom Opfer zum Regisseur Bei der sogenannten Regietechnik wird die traumatische Erinnerung zunächst ebenfalls aktiviert. Gefühle und Körperempfindungen werden wahrgenommen und können – beispielsweise über eine Affektbrücke – den Zugang zu der zugrunde liegenden Situation erleichtern. Dann verändert sich jedoch die Perspektive. Der Klient muss die Situation nicht ausschließlich aus der damaligen Ich-Perspektive durchleben. Er kann innerlich einen Schritt zurücktreten und das Geschehen wie einen Film von außen betrachten. Und bei diesem Film übernimmt er nun die Regie. Aus dem Menschen, dem damals etwas widerfahren ist und der möglicherweise keinerlei Einfluss auf das Geschehen hatte, wird in der Vorstellung der Regisseur seiner eigenen inneren Geschichte. Er darf den Film anhalten. Er darf zurückspulen. Er kann die Geschwindigkeit verändern. Und vor allem kann er überlegen: Was hätte damals geschehen müssen, damit diese Situation anders ausgegangen wäre? Vielleicht hätte jemand rechtzeitig eingreifen müssen. Vielleicht hätte Hilfe früher eintreffen müssen. Vielleicht hätte das damalige Ich stärker sein müssen oder Unterstützung gebraucht. Vielleicht hätte es jemanden geben müssen, der schützt, tröstet oder eine Grenze setzt. In der Regieposition kann der Klient die Szene so verändern, dass eine neue, selbstwirksame Version entsteht. Ein kleines Beispiel Stellen wir uns einen Menschen vor, der bei einem schweren Verkehrsunfall auf dem Beifahrersitz saß. Noch Jahre später sieht er im inneren Erleben das andere Fahrzeug auf sich zukommen. Immer wieder derselbe Moment. Er erinnert sich daran, dass er die Gefahr gesehen hat – und dass er nichts getan hat. In Trance kann dieser Moment zunächst noch einmal aktiviert werden. Vielleicht taucht sofort wieder das alte Körpergefühl auf: Anspannung im Brustkorb, die Hände werden kalt, der Atem stockt. Dann geht der Klient in die Regieposition. Er betrachtet die Szene von außen. Wie ein Regisseur darf er nun entscheiden, was in seinem Film anders geschehen soll. Vielleicht lässt er sein damaliges Ich laut „Stopp!“ rufen. Vielleicht greift es nach dem Lenkrad. Vielleicht bremst der Fahrer rechtzeitig. Vielleicht steht ihm plötzlich eine Fähigkeit zur Verfügung, die er damals nicht hatte. Bei anderen traumatischen Situationen kann eine schützende Person hinzukommen, ein Angreifer gestoppt oder das damalige Ich aus der Situation herausgeholt werden. Dabei geht es nicht darum, eine historisch korrekte alternative Vergangenheit zu erfinden. Es geht um die emotionale Erfahrung von Handlungsmöglichkeit. Anschließend geht der Klient wieder in die Szene hinein und erlebt sie aus der Ich-Perspektive. Wie fühlt es sich an, diesmal handeln zu können? Was verändert sich im Körper? Was geschieht mit der alten Erstarrung? Vielleicht ist genau das eine der interessanten Möglichkeiten dieser Technik: Ein Handlungsimpuls, der damals nicht ausgeführt werden konnte, bekommt innerhalb des therapeutischen Erlebens einen Ausgang. Die Vergangenheit verändern? Natürlich verändert eine solche Intervention nicht die historische Vergangenheit. Ein Unfall ist geschehen. Ein Verlust bleibt ein Verlust. Erfahrenes Unrecht wird durch Hypnose nicht ungeschehen gemacht. Verändert werden kann jedoch die innere Repräsentation des Ereignisses und insbesondere die emotionale Reaktion, die mit dieser Erinnerung verbunden ist. Nachdem der Klient die Szene aus der Regieposition verändert hat, kann er erneut in den Film hineingehen und die neue Version aus der Ich-Perspektive erleben. Er nimmt wahr, wie es sich anfühlt, wenn Hilfe kommt, wenn Schutz vorhanden ist oder wenn das damalige Ich plötzlich Handlungsmöglichkeiten besitzt, die ihm ursprünglich fehlten. Anschließend kann wieder in die Regieposition gewechselt und die Szene erneut angepasst werden. Dieser Wechsel zwischen Distanz und Erleben wird so lange fortgesetzt, bis sich eine stimmige neue emotionale Reaktion entwickelt. Das Gehirn darf neu lernen Ein interessanter Erklärungsansatz für solche therapeutischen Veränderungen ist das Konzept der Gedächtnisrekonsolidierung. Erinnerungen sind nicht einfach unveränderliche Aufzeichnungen, die irgendwo im Gehirn gespeichert werden. Wenn eine Erinnerung aktiviert wird, kann sie vorübergehend wieder veränderbar werden und anschließend unter Einbeziehung neuer Erfahrungen erneut abgespeichert werden. Für die Traumatherapie ist genau dieser Gedanke faszinierend: Die Vergangenheit selbst bleibt unverändert – aber die Bedeutung und das emotionale Erleben, mit denen sie in der Gegenwart verbunden ist, können sich verändern. In der Regietechnik wird dieser Prozess noch verstärkt, indem der innere Film beispielsweise mehrfach vorwärts und rückwärts, schneller oder langsamer durchlaufen wird. Die neue Erfahrung wird wiederholt mit der alten Erinnerung verbunden, bis sich die emotionale Reaktion verändert. Sicherheit kommt vor Konfrontation Eine solche Arbeit setzt voraus, dass der Klient ausreichend stabil ist und die therapeutische Beziehung Sicherheit bietet. Hypnotherapeutische Traumatherapie bedeutet deshalb nicht, einen Menschen möglichst schnell in sein schlimmstes Erlebnis zurückzuführen. Im Gegenteil: Vor einer Reprozessierung kann es notwendig sein, zunächst Ressourcen aufzubauen, einen sicheren inneren Ort zu etablieren, Distanzierungsmöglichkeiten einzuüben oder hilfreiche innere Begleiter und Beschützer zu entwickeln. Der Klient sollte erleben können, dass er die Kontrolle darüber behält, wie nah er an eine Erinnerung herangeht – und wann er wieder Abstand nimmt. Gerade darin liegt eine Stärke der Hypnotherapie: Sie ermöglicht sowohl intensive emotionale Aktivierung als auch gezielte Distanzierung. Aus Hilflosigkeit kann wieder Selbstwirksamkeit entstehen Traumatische Erfahrungen sind häufig durch ein extremes Gefühl von Hilflosigkeit gekennzeichnet. Etwas geschieht, ohne dass der Betroffene es verhindern, kontrollieren oder ihm entkommen kann. Vielleicht ist deshalb eine der wichtigsten Erfahrungen in der therapeutischen Bearbeitung nicht nur, dass die Erinnerung weniger belastend wird. Sondern dass der Mensch erlebt: Heute kann ich handeln. Er kann Abstand nehmen. Er kann sich der Erinnerung annähern. Er kann den inneren Film stoppen. Er kann Unterstützung hinzuholen. Er kann eine Handlung vollenden, die damals nicht möglich war. Und er kann erleben, dass die Gefühle und Körperreaktionen, die ihn vielleicht jahrelang überwältigt haben, veränderbar sind. Das Geschehene bleibt Teil seiner Biografie. Aber es muss nicht mehr bestimmen, wie sich seine Gegenwart anfühlt. Am 26./27.08.2027 bietet Ortwin Meiss bei uns in Binningen sein Seminar "Hypnotherapie bei Trauma und sexuellem Missbrauch" an. Mehr zu unserem Kursangebot finden Sie hier: https://simh.ch/seminare/ - URL: https://simh.ch/blog/blog-trauma/ ### Hypnotherapie bei Krebserkrankungen – moderne Unterstützung in der Psychoonkologie *Published: 18.05.2026 | Category: Neuigkeiten* Eine Krebserkrankung gehört für viele Menschen zu den einschneidendsten Erfahrungen ihres Lebens. Neben der körperlichen Belastung durch Operationen, Chemotherapie, Immuntherapie oder Strahlentherapie entstehen häufig auch starke psychische Belastungen: Angst, Unsicherheit, Schlafstörungen, Schmerzen, Erschöpfung oder depressive Symptome begleiten viele Patienten über lange Zeit. Gerade deshalb wächst in den letzten Jahren das Interesse an unterstützenden psychoonkologischen Verfahren, die Betroffenen helfen können, mit diesen Belastungen besser umzugehen. Die Hypnotherapie nimmt dabei eine zunehmend wichtige Rolle ein. Wichtig ist mir dabei eine klare Haltung:Hypnotherapie ist keine Alternative zur modernen Krebsmedizin und auch keine alleinstehende Krebstherapie. Im Mittelpunkt steht vielmehr eine unterstützende Begleitung zusätzlich zu einer fundierten onkologischen Behandlung. Ziel ist es, Patienten dabei zu helfen, Nebenwirkungen besser zu bewältigen, emotionale Stabilität zu fördern und die persönliche Selbstwirksamkeit zu stärken. Ein kurzer Blick auf die Entwicklung der Psychoonkologie Die Idee, psychische Prozesse gezielt zur Unterstützung von Menschen mit Krebserkrankungen einzusetzen, ist keineswegs neu. Bereits in den 1970er Jahren entwickelte der amerikanische Onkologe Carl Simonton psychoonkologische Konzepte, die medizinische Krebsbehandlung mit Entspannung, Imagination und hypnotherapeutischen Elementen kombinierten. Später sorgten Untersuchungen des Psychiaters David Spiegel international für Aufmerksamkeit. Besonders bekannt wurde eine Studie, die Ende der 1980er Jahre im Fachjournal The Lancet veröffentlicht wurde und Hinweise darauf zeigte, dass unterstützende Gruppentherapie mit Selbsthypnose-Elementen positive Auswirkungen auf Lebensqualität und möglicherweise sogar auf die Überlebenszeit haben könnte. Auch wenn spätere Studien die lebensverlängernden Ergebnisse nicht eindeutig bestätigen konnten, blieb ein anderer Befund bemerkenswert stabil:Psychotherapeutische und hypnotherapeutische Unterstützung kann die Lebensqualität von Menschen mit Krebserkrankungen deutlich verbessern. Besonders gut untersucht ist heute der Einsatz von Hypnose bei: therapiebedingter Übelkeit Schmerzen Angstreaktionen Stressbelastung Schlafproblemen Gerade im Bereich der Chemotherapie zeigt sich immer wieder, dass hypnotherapeutische Verfahren helfen können, belastende körperliche und emotionale Reaktionen besser zu regulieren. Wo kann Hypnotherapie konkret helfen? Die moderne Hypnotherapie bietet verschiedene Ansatzpunkte in der psychoonkologischen Begleitung. Symptomorientierte Unterstützung Ein wichtiger Bereich betrifft die direkte Unterstützung bei belastenden Symptomen und Nebenwirkungen. Durch hypnotherapeutische Entspannungsverfahren kann häufig eine deutliche körperliche und emotionale Beruhigung erreicht werden. Viele Patienten berichten über besseren Schlaf, weniger innere Anspannung und eine verbesserte Stressregulation. Besonders bewährt haben sich hypnotherapeutische Verfahren außerdem bei: Schmerzen Übelkeit innerer Unruhe Erschöpfung vegetativen Stressreaktionen Dabei geht es nicht darum, Beschwerden „wegzureden“, sondern den subjektiven Umgang mit Symptomen positiv zu beeinflussen und Belastungen zu reduzieren. Ressourcenaktivierung und emotionale Stabilisierung Eine Krebserkrankung betrifft fast immer auch das emotionale Erleben. Angst, Hilflosigkeit, depressive Verstimmungen oder das Gefühl von Kontrollverlust gehören für viele Betroffene zur Realität der Erkrankung. Die ressourcenorientierte Hypnotherapie versucht deshalb, innere Kraftquellen wieder zugänglich zu machen. Über Trance, Imagination und hypnotherapeutische Interventionen können positive Erinnerungen, Stabilität und hilfreiche innere Erfahrungen aktiviert werden. Viele Patienten erleben dadurch mehr emotionale Sicherheit, innere Ruhe und Vertrauen in die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten. Imaginative Verfahren und Selbstwirksamkeit Ein weiterer wichtiger Bereich sind imaginative hypnotherapeutische Techniken. Dazu gehören beispielsweise innere Körperreisen, heilungsorientierte Vorstellungen oder symbolische Bilder, mit denen Patienten aktiv Einfluss auf ihr inneres Erleben nehmen können. Manche Patienten entwickeln dabei Vorstellungen, wie gesunde Prozesse im Körper unterstützt werden oder wie belastende Anteile den Körper verlassen. Solche Imaginationen sind nicht als „magisches Denken“ zu verstehen, sondern als psychologische Möglichkeit, wieder ein Gefühl von Aktivität und Selbstwirksamkeit zu entwickeln. Gerade bei schweren Erkrankungen ist dies häufig ein zentraler therapeutischer Faktor. Aktuelle Forschung und eigene Studien Das Interesse an hypnotherapeutischen Verfahren in der Psychoonkologie wächst seit einigen Jahren deutlich – sowohl klinisch als auch wissenschaftlich. Ich selbst hatte in den letzten Jahren die Möglichkeit, gemeinsam mit der gynäkologischen Onkologie des Universitätsspital Basel eine Studie zu hypnotherapeutischer Begleitung von Brustkrebspatientinnen in der Gynäkologischen Onkologie durchzuführen. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Zum jetzigen Zeitpunkt darf ich allerdings noch keine Details veröffentlichen, da die Ergebnisse zunächst auf einem großen onkologischen Fachkongress vorgestellt werden. Ich freue mich jedoch sehr darauf, in Zukunft mehr darüber berichten zu können. Seminare und Fortbildungen Da das Interesse an hypnotherapeutischen Verfahren in der Psychoonkologie stetig zunimmt, biete ich regelmäßig Seminare und Fortbildungen zu diesem Thema an. Aktuelle Seminare findet ihr: Hier auf dieser Seite unter Hypnotherapie bei Krebserkrankungen Beim Milton Erickson Institut Hamburg Fazit Hypnotherapie bei Krebserkrankungen ist kein Ersatz für moderne Onkologie. Sie kann jedoch eine wertvolle ergänzende Unterstützung darstellen, um Belastungen zu reduzieren, Ressourcen zu stärken und Patienten dabei zu helfen, schwierige Krankheitsphasen emotional stabiler und selbstwirksamer zu bewältigen. Gerade in einer Zeit, in der medizinische Behandlungen immer spezialisierter werden, gewinnt auch die menschliche und psychologische Begleitung zunehmend an Bedeutung. Die moderne Hypnotherapie kann hierbei ein sinnvoller Bestandteil einer integrativen psychoonkologischen Unterstützung sein.   - URL: https://simh.ch/blog/hypno-krebs/ ### Ego-State-Therapie – ein faszinierender Zugang zur inneren Vielfalt *Published: 26.03.2026 | Category: Neuigkeiten* Auf der diesjährigen Jahrestagung der Milton-Erickson-Gesellschaft in Kassel war das Feld der Referenten ungewöhnlich stark mit bekannten Ego-State-Therapie-Ausbildern besetzt. Neben nationalen Größen wie Kai Fritsche aus Berlin und Silvia Zanotta aus Zürich war sogar Woltemade Hartman aus Südafrika angereist, um sein breites Wissen mit den Kongressteilnehmern zu teilen. Die Präsenz so vieler hochkarätiger Vertreter dieses Ansatzes war kein Zufall. Das Kongressthema „Trauma, Trance und Therapie: Der Körper im Fokus“ machte deutlich, wie zentral körperorientierte und erlebnisaktivierende Verfahren heute in der Psychotherapie geworden sind. Gerade in der Traumatherapie zeigt sich die besondere Stärke der Ego-State-Therapie. Ich selbst habe mich in den letzten Jahren eher am Rande mit diesem Ansatz beschäftigt – durch Literatur, Gespräche mit Kollegen und einzelne Einblicke. Doch die inhaltliche Nähe zur Hypnotherapie ist unverkennbar: Beide Verfahren arbeiten mit inneren Erlebniszuständen, mit Imagination, mit unwillkürlichen Prozessen und mit der Aktivierung von Ressourcen. Da angehende Ego-State-Therapeuten für ihre Zertifizierung zudem eine hypnotherapeutische Grundausbildung von 64 Stunden absolvieren sollten, war für mich klar: Es ist an der Zeit, sich intensiver mit diesem Verfahren auseinanderzusetzen. Ursprung und Entwicklung der Ego-State-Therapie Die Wurzeln der Ego-State-Therapie reichen zurück zu Paul Federn, einem Schüler von Sigmund Freud, der bereits früh die Idee unterschiedlicher Ich-Zustände beschrieb. Entscheidend geprägt wurde der Ansatz jedoch durch John G. Watkins und Helen Watkins, die das Konzept zu einer therapeutischen Methode weiterentwickelten. Später wurde es durch Einflüsse aus der Hypnotherapie, insbesondere im Umfeld von Milton Erickson, weiter verfeinert. Heute ist die Ego-State-Therapie ein integrativer Ansatz, der in vielen Bereichen eingesetzt wird – insbesondere in der Traumatherapie, aber auch bei Angststörungen, psychosomatischen Beschwerden und komplexen inneren Konflikten. Grundidee und Wirkungsweise Im Zentrum der Ego-State-Therapie steht die Annahme, dass unsere Persönlichkeit nicht „einheitlich“, sondern aus verschiedenen inneren Anteilen – sogenannten Ego-States – besteht. Diese Ego-States können verstanden werden als: innere Persönlichkeitsanteile gespeicherte Erfahrungszustände emotional-kognitive Netzwerke mit eigenen Bedürfnissen, Erinnerungen und Perspektiven Gerade bei traumatischen Erfahrungen kann es dazu kommen, dass einzelne Ego-States abgespalten oder isoliert werden. Diese Anteile tragen dann weiterhin Belastungen, während andere Teile der Persönlichkeit den Alltag bewältigen. Die therapeutische Arbeit besteht darin, diese Anteile zugänglich zu machen sie miteinander in Kontakt zu bringen Ressourcen zu aktivieren und Integration sowie innere Kooperation zu fördern Hier zeigt sich die große Nähe zur Hypnotherapie: Trance, Imagination und der Zugang zu unwillkürlichen Prozessen sind zentrale Werkzeuge in beiden Verfahren. Ego-State-Therapie und Hypnotherapie – eine natürliche Verbindung Aus meiner Sicht ist die Ego-State-Therapie ohne hypnotherapeutische Kompetenzen kaum sinnvoll erlernbar. Die Fähigkeit, Tranceprozesse gezielt zu nutzen innere Bilder zu entwickeln mit unbewussten Anteilen zu kommunizieren und therapeutische Prozesse präzise zu steuern bildet die Grundlage für eine sichere und wirksame Ego-State-Arbeit. Dass für die Zertifizierung eine 64-stündige hypnotherapeutische Grundausbildung gefordert wird, ist daher nicht nur formale Voraussetzung – sondern inhaltlich absolut sinnvoll. Ausbildung in Ego-State-Therapie Wer sich für eine fundierte Ausbildung in Ego-State-Therapie interessiert, findet in der Schweiz ein hervorragend strukturiertes Angebot beiInstitut für Ego-State-Therapie Schweiz – Kontakt Unter der Leitung von Silvia Zanotta wird dort eine qualitativ hochwertige und praxisorientierte Weiterbildung angeboten, die den Ansatz in seiner ganzen Tiefe vermittelt. Die hypnotherapeutische Grundlage – sinnvoll und praxisnah Für die erforderlichen 64 Stunden hypnotherapeutischer Ausbildung bietet das SIMH eine strukturierte und bewährte Grundlage. Der Einstieg erfolgt idealerweise über den Grundkurs Hypnotherapie (32 Stunden), in dem die wesentlichen Prinzipien und Techniken vermittelt werden. Darauf aufbauend gibt es zwei sinnvolle Wege: Variante 1: Vertiefung über den Werkzeugkasten Hypnotherapeutischer Werkzeugkasten 1 Hypnotherapeutischer Werkzeugkasten 2→ zusammen weitere 32 Stunden Variante 2: Kompakte Vertiefung Strukturierte Kurzzeithypnotherapie (40 Stunden, auch als Bildungsurlaub geeignet) Beide Wege vermitteln praxisnah genau die Kompetenzen, die für die spätere Arbeit mit Ego-States entscheidend sind. Fazit Die Ego-State-Therapie ist ein beeindruckender und tiefgehender Ansatz, der besonders in der Traumatherapie große Wirksamkeit entfaltet. Für mich ist klar geworden:Wer Ego-State-Therapie wirklich verstehen und anwenden möchte, braucht eine solide hypnotherapeutische Grundlage. Die Kombination aus fundierter Hypnoseausbildung und spezialisierter Ego-State-Weiterbildung eröffnet ein therapeutisches Arbeiten auf einem besonders differenzierten und wirksamen Niveau. - URL: https://simh.ch/blog/Ego-State/ ### Strukturierte Kurzzeithypnotherapie – Was Psychotherapie vom Spitzensport lernen kann *Published: 16.03.2026 | Category: Technik* Viele Psychotherapeuten gehen davon aus, dass sie mit zunehmender Erfahrung automatisch besser werden. Doch Forschung und praktische Erfahrung zeigen: Erfahrung allein reicht nicht aus. Im Spitzensport ist seit langem bekannt, dass Leistung nicht nur durch Erfahrung entsteht, sondern durch gezieltes Training der entscheidenden Fähigkeiten. Genau dieses Prinzip lässt sich auch auf Psychotherapie übertragen. Die strukturierte Kurzzeithypnotherapie verfolgt einen ähnlichen Ansatz: therapeutische Wirkfaktoren werden gezielt aktiviert und die eingesetzten Methoden strategisch aufeinander abgestimmt. Doch was bedeutet das konkret für die psychotherapeutische Praxis? Was Psychotherapie vom Spitzensport lernen kann Wenn ein Profisportler sich auf einen Wettkampf vorbereitet, trainiert er nicht einfach „viel“. Er trainiert gezielt. Ein Trainingsplan legt fest, wann welche Fähigkeiten trainiert werden:Schnelligkeit, Ausdauer, Technik oder Kraft. Dabei ist nicht nur entscheidend was trainiert wird, sondern auch wann. Eine bekannte Anekdote aus dem Fußball verdeutlicht das:David Beckham trainierte einige Wochen lang intensiv seinen Oberkörper für ein Fotoshooting und baute sichtbar Muskelmasse auf. Das Problem: Durch die zusätzliche Muskelmasse verlor er an Schnelligkeit und spielte anschließend deutlich schlechter Fußball. Im Sport sind solche Effekte sofort sichtbar. In der Psychotherapie hingegen fehlen oft klare Rückmeldungen. Die therapeutische Arbeit findet gewissermaßen in einer Blackbox zwischen Therapeut und Patient statt. Werden Therapeuten mit der Zeit automatisch besser? Der Psychologe K. Anders Ericsson, Professor an der Florida State University, untersuchte über viele Jahre hinweg, wie Menschen Spitzenleistungen entwickeln. Seine Forschung führte zu einem überraschenden Ergebnis:Psychotherapeuten verbessern sich in den ersten Jahren ihrer Tätigkeit relativ schnell. Doch bereits nach zwei bis drei Jahren erreichen viele ihr Leistungsmaximum. Danach folgt häufig eine Plateauphase von fünf bis sieben Jahren. Und in vielen Fällen verschlechtern sich die Therapieergebnisse später sogar wieder. Mehr Berufserfahrung bedeutet also nicht automatisch bessere Ergebnisse. Ericsson fand jedoch auch eine Gruppe von Therapeuten, die sich kontinuierlich verbesserten. Der entscheidende Unterschied:Diese Therapeuten trainierten ihre Fähigkeiten gezielt und bewusst weiter – ähnlich wie Spitzensportler oder Musiker. Ericsson bezeichnete dieses Vorgehen als Deliberate Practice. Warum Lernen außerhalb der Komfortzone entscheidend ist Ein weiteres Beispiel aus Ericssons Forschung stammt aus dem Spitzensport. Bei den Olympischen Winterspielen 2006 analysierte er das Training von Eiskunstläufern. Seine erste Vermutung war naheliegend: Die Athleten mit dem größten Trainingsumfang müssten die besten Ergebnisse erzielen. Doch das stimmte nicht. Der entscheidende Faktor war ein anderer:Die erfolgreichsten Sportler waren diejenigen, die im Training am häufigsten stürzten. Sie trainierten gezielt schwierige Sprünge, verließen ihre Komfortzone und nahmen Fehler bewusst in Kauf. Ericsson formulierte dieses Prinzip so: If you want to improve your skills, you have to do deliberate practice beyond your comfort zone. Dieses Prinzip gilt nicht nur für Sport – sondern auch für Psychotherapie. Wirkfaktoren der Psychotherapie Wenn wir Psychotherapie als gezieltes Training verstehen, stellt sich die Frage: Welche Fähigkeiten sollten wir eigentlich trainieren? Die Psychotherapieforschung hat darauf bereits Antworten gefunden. Der Psychotherapieforscher Klaus Grawe beschrieb fünf zentrale Wirkfaktoren, die den Erfolg einer Psychotherapie maßgeblich beeinflussen. Ressourcenaktivierung Die Therapie nutzt vorhandene Stärken und positiven Erfahrungen des Patienten. Diese Ressourcen werden bewusst in den Veränderungsprozess integriert. Problemaktualisierung Probleme werden nicht nur besprochen, sondern emotional erlebt – beispielsweise durch Imagination oder Rollenspiele. Motivationale Klärung Der Patient gewinnt Klarheit über eigene Bedürfnisse, Ziele und innere Konflikte. Förderung von Bewältigungskompetenzen Neue Strategien zur Problembewältigung werden entwickelt und eingeübt. Therapeutische Beziehung Eine stabile therapeutische Beziehung bildet die Grundlage für alle anderen Wirkfaktoren. Weitere wichtige Wirkfaktoren in der Therapie Neben diesen fünf Faktoren spielen aus meiner Erfahrung vier weitere Aspekte eine wichtige Rolle für den Therapieerfolg. Positive Heilerwartung Die Erwartung, dass eine Therapie helfen kann, beeinflusst den Behandlungserfolg erheblich. Selbstwirksamkeit Patienten erleben durch Übungen, dass sie selbst Einfluss auf ihr Befinden nehmen können. Motivation Veränderung erfordert aktive Mitarbeit – auch gegen innere Widerstände. Kompetenzerleben des Therapeuten Patienten suchen Hoffnung. Die Haltung und Überzeugung des Therapeuten können deshalb eine wichtige Rolle spielen. Der bekannte Pferdetrainer Klaus Ferdinand Hempfling formulierte einmal: „Wenn ich zu einem traumatisierten Pferd in die Box komme, bin ich mir zu hundert Prozent sicher, dass ich diesem Tier helfen kann – und das spürt das Tier.“ In der Psychotherapie gilt Ähnliches. Warum Hypnotherapie besonders wirksam sein kann Die Hypnotherapie nach Milton Erickson bietet zahlreiche Möglichkeiten, therapeutische Wirkfaktoren gezielt zu aktivieren. Viele dieser Methoden vermittle ich auch in meinen Seminaren zur klinischen Hypnotherapie. Der typische permissive Sprachstil unterstützt den Aufbau einer stabilen therapeutischen Beziehung. Gleichzeitig fördern Suggestionen eine positive Heilerwartung. Das zentrale Werkzeug der Hypnotherapie ist jedoch der Trancezustand. In Trance können Patienten beispielsweise frühere Erfahrungen intensiv wiedererleben. Dadurch wird eine emotionale Problemaktualisierung möglich. Auch andere Wirkfaktoren lassen sich gezielt aktivieren: Ressourcenaktivierung durch das Wiedererleben positiver Erinnerungen motivationale Klärung durch Stellvertretertechniken positive Heilerwartung durch ideomotorische Methoden Diese Möglichkeiten machen Hypnotherapie zu einem besonders wirkungsvollen Instrument innerhalb der Psychotherapie. Strukturierte Kurzzeithypnotherapie: Die richtige Methode zur richtigen Zeit Viele therapeutische Methoden sind wirksam – entscheidend ist jedoch auch wann sie eingesetzt werden. Diese Zusammenhänge bilden die Grundlage meines Ansatzes ich in meinem Buch "Strukturierte Kurzzeithypnotherapie - Erfolgreich in 5 Sitzungen" beschrieben habe. Einige Techniken eignen sich besonders gut für den Beginn einer Therapie, etwa um Vertrauen aufzubauen und Hoffnung zu stärken. Andere Methoden entfalten ihre Wirkung besser in späteren Phasen der Behandlung, wenn bereits tiefere Trancezustände möglich sind. Strukturierte Kurzzeithypnotherapie bedeutet deshalb: Therapeutische Methoden gezielt und strategisch einzusetzen. Ich vergleiche diesen Prozess gerne mit der Arbeit eines Landwirts. Zuerst wird der Boden vorbereitet. Danach wird gesät – zur richtigen Zeit und in der richtigen Menge. Nur wenn diese Reihenfolge stimmt, kann am Ende eine gute Ernte entstehen. Wie Therapeuten ihre Fähigkeiten gezielt weiterentwickeln können Wer seine therapeutischen Fähigkeiten weiterentwickeln möchte, kann sich einige zentrale Fragen stellen: Wo trainiere ich gezielt meine therapeutischen Fähigkeiten? Wo verlasse ich bewusst meine Komfortzone? Wie strukturiere ich meine Therapieprozesse? Ebenso wichtig ist eine regelmäßige Evaluation der eigenen Arbeit. Rückmeldungen von Patienten, kollegiale Supervision oder strukturierte Selbstreflexion können wertvolle Hinweise liefern. Auch wenn dieser Prozess manchmal unbequem ist – er führt häufig zu besseren Therapieergebnissen und zu größerer beruflicher Zufriedenheit. Mehr über strukturierte Kurzzeithypnotherapie In diesem Artikel konnten viele Aspekte nur angerissen werden. Wenn Sie sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchten, finden Sie eine ausführliche Darstellung in meinem Buch: Strukturierte Kurzzeithypnotherapie – Erfolgreich in 5 Sitzungen Dort beschreibe ich das Konzept wissenschaftlich fundiert und praxisnah. Zusätzlich vermittle ich die Methoden auch in meinen Seminaren und Fortbildungen zur klinischen Hypnotherapie. - URL: https://simh.ch/blog/strukturierte-kurzzeithypnotherapie/ ### Strukturierte Kurzzeithypnotherapie – Das Buch zur wirksamen Hypnotherapie in der Praxis *Published: 16.03.2026 | Category: Buch* Viele Psychotherapeuten kennen dieses Gefühl:Man arbeitet engagiert mit Patientinnen und Patienten, nutzt verschiedene Methoden – und dennoch bleibt manchmal die Frage: Welche Intervention wirkt eigentlich wann am besten? Die Psychotherapieforschung zeigt seit Jahren, dass erfolgreiche Therapie nicht nur von einzelnen Techniken abhängt, sondern vor allem davon, wie gezielt therapeutische Wirkfaktoren aktiviert werden. Genau hier setzt mein Buch „Strukturierte Kurzzeithypnotherapie – Erfolgreich in 5 Sitzungen“ an. Es beschreibt einen Ansatz, der Hypnotherapie mit aktuellen Erkenntnissen der Psychotherapieforschung verbindet und daraus eine klar strukturierte therapeutische Vorgehensweise entwickelt. Warum Struktur in der Psychotherapie so wichtig ist In vielen Therapieausbildungen lernen wir eine Vielzahl von Methoden. Doch häufig bleibt offen, wann welche Intervention besonders sinnvoll eingesetzt werden sollte. Die strukturierte Kurzzeithypnotherapie verfolgt deshalb einen anderen Ansatz:Sie versteht Psychotherapie als gezielten Prozess, bei dem therapeutische Wirkfaktoren systematisch aktiviert werden. Zu diesen Wirkfaktoren gehören unter anderem: Ressourcenaktivierung Problemaktualisierung motivationale Klärung Förderung von Bewältigungskompetenzen eine tragfähige therapeutische Beziehung Hypnotherapeutische Methoden bieten zahlreiche Möglichkeiten, diese Wirkfaktoren gezielt zu unterstützen – beispielsweise durch Trancearbeit, Imaginationen oder ideomotorische Techniken. Hypnotherapie als wirkungsvolles Instrument Die Hypnotherapie nach Milton Erickson zeichnet sich durch einen besonders ressourcenorientierten und individuellen Ansatz aus. Durch Trancephänomene können Patienten: neue Perspektiven auf ihre Probleme entwickeln emotional bedeutsame Erfahrungen aktivieren innere Ressourcen intensiver erleben Veränderungsprozesse auf einer tiefen Ebene anstoßen Viele dieser Methoden vermittle ich auch in meinen Ausbildungen in klinischer Hypnotherapie, in denen Therapeutinnen und Therapeuten lernen, diese Techniken sicher und strukturiert anzuwenden. Erfolgreiche Therapie in fünf Sitzungen? Der Titel des Buches mag zunächst provokativ wirken. Natürlich lassen sich nicht alle psychischen Probleme in fünf Sitzungen lösen. Doch die Idee dahinter ist eine andere: Wenn therapeutische Wirkfaktoren frühzeitig und gezielt aktiviert werden, können häufig bereits in den ersten Sitzungen wichtige Veränderungen angestoßen werden. Das Buch beschreibt deshalb ein strukturiertes Modell für die ersten fünf Sitzungen einer Therapie, das sich besonders gut mit hypnotherapeutischen Methoden kombinieren lässt. Dabei geht es nicht um starre Abläufe, sondern um eine klare therapeutische Orientierung, die gleichzeitig genügend Flexibilität für individuelle Prozesse lässt. Für wen das Buch gedacht ist Das Buch richtet sich vor allem an: Psychotherapeuten Ärzte Coaches und Berater Teilnehmer von Hypnotherapie-Ausbildungen Viele Leser nutzen es auch als praktisches Arbeitsbuch, um eigene Therapiesitzungen besser zu strukturieren oder neue hypnotherapeutische Methoden kennenzulernen. Wer sich zunächst einen grundlegenden Überblick über Hypnotherapie verschaffen möchte, findet einen guten Einstieg in meinen Grundkursen zur klinischen Hypnose, in denen zentrale Prinzipien und erste Interventionen vermittelt werden. Theorie und Praxis verbinden Ein besonderes Anliegen des Buches war es, wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischer Erfahrung zu verbinden. Neben theoretischen Grundlagen enthält es deshalb zahlreiche: Fallbeispiele konkrete Interventionen therapeutische Strategien praktische Übungen Viele dieser Methoden lassen sich auch in meinen Fortbildungsseminaren für Hypnotherapie vertiefen und praktisch einüben. Strukturierte Kurzzeithypnotherapie in der Praxis Der Ansatz der strukturierten Kurzzeithypnotherapie verbindet drei zentrale Elemente: Erkenntnisse der modernen Psychotherapieforschung hypnotherapeutische Methoden nach Milton Erickson eine klare Struktur für therapeutische Prozesse Diese Kombination ermöglicht es, Therapie fokussierter, effizienter und gleichzeitig individueller zu gestalten. Weitere Informationen zum Buch Das Buch „Strukturierte Kurzzeithypnotherapie – Erfolgreich in 5 Sitzungen“ beschreibt diesen Ansatz ausführlich und praxisnah. Es richtet sich an Therapeutinnen und Therapeuten, die ihre Arbeit strukturierter gestalten und hypnotherapeutische Methoden gezielt einsetzen möchten. - URL: https://simh.ch/blog/strukturierte-kurzzeithypnotherapie-buch/ ### Qualitätssiegel für klinische Hypnotherapie *Published: 16.03.2026 | Category: Neuigkeiten* Orientierung in einem unübersichtlichen Weiterbildungsmarkt In den letzten Jahren ist das Angebot an Hypnose-Ausbildungen stark gewachsen. Neben fundierten psychotherapeutischen Weiterbildungen finden sich heute auch zahlreiche Angebote, die Hypnose vor allem als Coaching- oder Kommunikationstechnik vermitteln. Für Patientinnen und Patienten – aber auch für Kolleginnen und Kollegen – ist es dadurch oft schwer zu erkennen, welche Therapeutinnen und Therapeuten über eine umfassende und seriöse Ausbildung in klinischer Hypnotherapie verfügen. Um hier mehr Transparenz zu schaffen, vergibt das Schweizer Institut für medizinische Hypnose (SIMH) ein Qualitätssiegel für Therapeutinnen und Therapeuten mit einer fundierten hypnotherapeutischen Weiterbildung, wie sie beispielsweise in unserer Ausbildung in klinischer Hypnotherapie vermittelt wird. Warum ein Qualitätssiegel für Hypnotherapie sinnvoll ist Hypnotherapie ist eine wirkungsvolle psychotherapeutische Methode. Gerade deshalb ist es wichtig, dass sie von Therapeutinnen und Therapeuten angewendet wird, die über eine solide Ausbildung verfügen. Eine umfassende Weiterbildung in klinischer Hypnotherapie umfasst nicht nur das Erlernen einzelner Techniken, sondern auch: praktische Erfahrung in der Anwendung Supervision durch erfahrene Therapeuten Selbsterfahrung fundierte theoretische Kenntnisse Das Qualitätssiegel soll deshalb sichtbar machen, dass eine Therapeutin oder ein Therapeut eine umfangreiche und strukturierte Weiterbildung absolviert hat. Voraussetzungen für das Qualitätssiegel Das Qualitätssiegel bestätigt eine Vollausbildung in Hypnotherapie, die hohen medizinischen und psychotherapeutischen Standards entspricht. Die Ausbildung umfasst insgesamt über 200 Ausbildungsstunden, die sich typischerweise wie folgt zusammensetzen: 32 Stunden Grundkurs in klinischer Hypnose 32 Stunden Technikseminare 32 Stunden störungsspezifische Einsatzmöglichkeiten der Hypnotherapie 32 Stunden Seminare mit hypnotherapeutischem Hintergrund nach eigenem Interesse 40 Stunden Supervision 12 Stunden Selbsterfahrung 20 Stunden dokumentiertes Selbststudium mit anerkannter Fachliteratur Diese Struktur stellt sicher, dass Absolventinnen und Absolventen nicht nur einzelne Techniken kennen, sondern Hypnotherapie umfassend und verantwortungsvoll anwenden können. Hohe fachliche Standards Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Qualitätssiegels ist die Qualifikation der Lehrtherapeuten. Alle Ausbildungen, Supervisionen und Selbsterfahrungen müssen von Dozentinnen und Dozenten durchgeführt worden sein, die: Fachärzte oder psychologische Psychotherapeuten sind über mindestens fünf Jahre Berufserfahrung verfügen über mindestens fünf Jahre Erfahrung in Hypnotherapie verfügen Damit wird sichergestellt, dass die Weiterbildung auf einem soliden medizinischen und psychotherapeutischen Fundament steht. Das Qualitätssiegel ist institutsübergreifend Ein besonderes Merkmal des Qualitätssiegels ist, dass es nicht an eine Ausbildung am SIMH gebunden ist. Therapeutinnen und Therapeuten können das Qualitätssiegel auch erhalten, wenn sie ihre Weiterbildung beispielsweise bei: einem Milton-Erickson-Institut der GHYPS (Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie Schweiz) oder einem anderen anerkannten Institut absolviert haben. Entscheidend ist nicht, wo die Ausbildung stattgefunden hat, sondern welche Inhalte und welcher Umfang vermittelt wurden. Damit soll das Qualitätssiegel dazu beitragen, seriöse hypnotherapeutische Ausbildung sichtbar zu machen – unabhängig vom jeweiligen Institut. Qualität sichtbar machen Therapeutinnen und Therapeuten, die diese Voraussetzungen erfüllen, können das Qualitätssiegel nutzen, um ihre Qualifikation auch nach außen sichtbar zu machen. Das Siegel signalisiert: eine umfassende Weiterbildung fundierte Kenntnisse in klinischer Hypnotherapie hohe fachliche Standards Für Patientinnen und Patienten kann es eine hilfreiche Orientierung bei der Suche nach qualifizierten Hypnotherapeutinnen und Hypnotherapeuten sein. Hypnotherapie als Teil seriöser Psychotherapie Hypnotherapie ist heute ein fester Bestandteil moderner Psychotherapie und Medizin. Sie entfaltet ihre Wirkung jedoch besonders dann, wenn sie in einen fundierten therapeutischen Kontext eingebettet ist. Das Qualitätssiegel soll deshalb einen kleinen Beitrag dazu leisten, innerhalb des wachsenden Angebots an Hypnose-Ausbildungen eine klare Orientierung für Qualität und Professionalität zu schaffen. - URL: https://simh.ch/blog/qualitaetssiegel-hypnotherapie/ ### Supervisionen bis Ende 2026 verfügbar *Published: 09.03.2026* - URL: https://simh.ch/blog/supervision-2026/ ### Neues Format: Strukturierte Kurzzeithypnotherapie als Bildungsurlaub *Published: 01.07.2025 | Category: Neuigkeiten* Ab 2025 bietet das SIMH in Kooperation mit dem Milton-Erickson-Institut Hamburg ein neues Seminarformat an: Strukturierte Kurzzeithypnotherapie — Erfolgreich in 5 Sitzungen. Das Konzept Fünf intensive Tage an einem Urlaubsort. Der Kurs verbindet Weiterbildung mit Erholung — als anerkannter Bildungsurlaub. Vormittags wird gearbeitet, nachmittags bleibt Zeit für die Umgebung. Orte und Termine Juli 2026: Weissenhäuser Strand, Ostsee (ausgebucht) August 2026: Weissenhäuser Strand, Ostsee (noch Plätze frei) Januar 2027: Costa Adeje, Teneriffa (noch Plätze frei) Inhalt Was unterscheidet besonders erfolgreiche Therapeuten? Wie lässt sich der Grundsatz „deliberate practice beyond your own comfort zone" auf die klinische Arbeit anwenden? Der Kurs fokussiert auf strukturierte Kurzzeithypnotherapie — Therapieerfolge in fünf Sitzungen durch gezielte Planung und effektive Technikwahl. - URL: https://simh.ch/blog/kurzzeithypnotherapie-bildungsurlaub/ ### Neu: Online-Abendkurse für Kurzzeithypnotherapie *Published: 31.10.2024 | Category: Neuigkeiten* Ab Winter 2024 bietet das SIMH ein neues Online-Format an: Abendkurse zur strukturierten Kurzzeithypnotherapie, jeweils mittwochs. Das Format eignet sich besonders für Kolleginnen und Kollegen, die sich berufsbegleitend weiterbilden möchten, ohne für ein Wochenendseminar anzureisen. Die Inhalte entsprechen den Präsenzveranstaltungen — mit dem Vorteil, dass Übungen direkt im eigenen Praxiskontext angewandt werden können. Auch der Grundkurs Hypnosetherapie wird ab November 2026 erstmals als reines Online-Format angeboten. - URL: https://simh.ch/blog/online-format/ ### Die Affektbrücke in der Hypnotherapie *Published: 15.06.2024 | Category: Technik* Die Affektbrücke ist eine der wichtigsten hypnotherapeutischen Techniken für die Arbeit mit emotionalen Erinnerungen. Sie nutzt das Prinzip, dass Emotionen als Brücke zu relevanten Erfahrungen dienen können — auch zu solchen, die dem bewussten Erinnern nicht mehr zugänglich sind. So funktioniert die Technik In Trance wird die Patientin oder der Patient eingeladen, ein aktuelles belastendes Gefühl wahrzunehmen und sich von diesem Gefühl zu früheren Situationen führen zu lassen, in denen dasselbe Gefühl präsent war. Das Unbewusste wählt die relevante Erinnerung — nicht der Therapeut. Der Prozess verläuft in drei Schritten: Emotionaler Anker: Das aktuelle Gefühl wird in Trance intensiviert und körperlich lokalisiert. Regression: Die Patientin folgt dem Gefühl zurück in die Vergangenheit, bis eine Szene auftaucht. Therapeutische Arbeit: In der aufgetauchten Erinnerung wird mit den vorhandenen Ressourcen gearbeitet — Trost, Schutz, neue Perspektiven. Wann wird die Affektbrücke eingesetzt? Die Technik eignet sich besonders bei wiederkehrenden emotionalen Mustern, deren Ursprung unklar ist: unerklärliche Ängste, belastende Beziehungsdynamiken, psychosomatische Beschwerden. Sie ist Bestandteil des Angst-Seminars am SIMH und wird meistens bereits im Grundkurs eingeführt. Weiterführende Literatur Eine ausführliche Darstellung mit Fallbeispielen findet sich in Der Hypnotherapeutische Werkzeugkasten (2. Auflage) von Christian Schwegler. - URL: https://simh.ch/blog/affektbruecke/ ### Handlevitation — Induktion und therapeutisches Werkzeug *Published: 20.05.2024 | Category: Technik* Handlevitation gehört zu den elegantesten Techniken der Hypnotherapie. Eine Hand beginnt, sich scheinbar von selbst zu heben — langsam, unwillkürlich, oft zur Überraschung der Patientin selbst. Dieses Phänomen ist weit mehr als eine eindrucksvolle Demonstration: Es ist ein direkter Zugang zu unbewussten Prozessen. Warum Handlevitation? Die Technik verbindet drei Funktionen: Induktion: Das Erleben einer unwillkürlichen Bewegung vertieft die Trance zuverlässig. Die Aufmerksamkeit richtet sich nach innen. Ratifikation: Die Patientin erlebt unmittelbar, dass ihr Unbewusstes aktiv mitarbeitet. Das stärkt die therapeutische Allianz. Therapeutisches Werkzeug: Die Höhe der Hand kann als Skala genutzt werden — für Intensität eines Gefühls, Fortschritt in der Therapie oder als Signalsystem zwischen Bewusstem und Unbewusstem. Typischer Ablauf Der Therapeut lädt die Patientin ein, beide Hände locker auf die Oberschenkel zu legen und auf feine Unterschiede zwischen den Händen zu achten. Durch gezielte sprachliche Begleitung — „Vielleicht bemerken Sie ein leichtes Kribbeln, eine Leichtigkeit, eine Bewegung, die von selbst beginnt" — wird die unwillkürliche Hebung angeregt. Die Kunst liegt in der permissiven Sprache: Keine Anweisung, sondern eine Einladung an das Unbewusste. Im Grundkurs Handlevitation wird im 32-stündigen Grundkurs am SIMH ausführlich geübt. Sie ist eine der ersten Techniken, die Kursteilnehmende selbst anwenden — und oft diejenige, die den grössten Eindruck hinterlässt. - URL: https://simh.ch/blog/handlevitation/ ### Ratgeber Hypnosetherapie — Ein Buch für Patientinnen und Interessierte *Published: 12.04.2024 | Category: Buch* Was ist klinische Hypnose? Welche Erkrankungen lassen sich damit behandeln? Wie findet man eine qualifizierte Therapeutin oder einen qualifizierten Therapeuten? Und wie unterscheidet sich seriöse Hypnotherapie von esoterischen Angeboten? Warum dieser Ratgeber? Der Ratgeber Hypnosetherapie von Christian Schwegler (erschienen 2016) beantwortet die Fragen, die Patientinnen und Interessierte am häufigsten stellen. Er vermittelt ein medizinisch fundiertes Bild der Hypnotherapie — ohne Mystifizierung, aber auch ohne die Wirksamkeit kleinzureden. Für wen? Menschen, die eine Hypnotherapie in Erwägung ziehen und sich vorab informieren möchten Angehörige von Patientinnen und Patienten Fachpersonen aus angrenzenden Bereichen (Hausärzte, Physiotherapeuten), die ihren Patientinnen fundierte Informationen weitergeben möchten Einordnung Zusammen mit dem Grundkurs Hypnosetherapie (für Therapeutinnen) und dem Hypnotherapeutischen Werkzeugkasten (50 Techniken) bildet der Ratgeber die dritte Säule der SIMH-Buchreihe: Grundlagen, Praxis und Patienteninformation. - URL: https://simh.ch/blog/ratgeber/ ### Der Hypnotherapeutische Werkzeugkasten (2. Auflage) *Published: 05.03.2024 | Category: Buch* Fünfzig hypnotherapeutische Techniken — bekannte und weniger bekannte Ansätze — zusammengefasst in einem praxisorientierten Handbuch. Die zweite Auflage des Hypnotherapeutischen Werkzeugkastens von Christian Schwegler bietet einen breiten Überblick über die Vielfalt der Methoden in der klinischen Hypnose. Was ist neu in der 2. Auflage? Die erste Auflage umfasste 176 Seiten. Die zweite Auflage wurde auf 234 Seiten erweitert und enthält fünf zusätzliche Techniken. In den ersten neun Monaten wurden über 2'500 Exemplare verkauft. Inhalt Die Techniken sind nach Behandlungszielen und Vorgehensweise geordnet: Induktionen — verschiedene Zugänge zur Trance Ressourcenarbeit — Stärkung vorhandener Fähigkeiten und Erfahrungen Metaphernarbeit — therapeutische Geschichten und Bilder Symptom- und Schmerztherapie — direkte Arbeit mit körperlichen Beschwerden Entscheidungsfindung — hypnotherapeutische Unterstützung bei Ambivalenz Jede Technik wird mit Fotos, Fallbeispielen und Transkripten illustriert. Ergänzung: Der Video-Werkzeugkasten Seit 2021 gibt es den Hypnotherapeutischen Video-Werkzeugkasten auf USB-Stick: 30 Videos in 4K-Auflösung, 12 Stunden Laufzeit, 25 Grundlagentechniken mit Untertiteln, die Vorgehen und Rationale zeigen. Erhältlich direkt beim Verlag. Das Buch ist die Grundlage der Werkzeugkasten-Seminare am SIMH. - URL: https://simh.ch/blog/werkzeugkasten/ ### Die zwei Stühle — Perspektivwechsel in Trance *Published: 10.02.2024 | Category: Technik* Zwischenmenschliche Konflikte sind einer der häufigsten Gründe, weshalb Menschen Psychotherapie aufsuchen. Die Technik der „zwei Stühle" nutzt Trance, um einen echten Perspektivwechsel zu ermöglichen — nicht nur kognitiv, sondern emotional. Das Prinzip Die Patientin sitzt auf einem Stuhl und beschreibt die belastende Situation aus ihrer Perspektive. Dann wechselt sie — in Trance — auf den anderen Stuhl und nimmt die Rolle der anderen Person ein. Nicht als Schauspiel, sondern als echtes Einfühlen: Wie fühlt es sich an, diese Person zu sein? Was sieht sie? Was braucht sie? Warum in Trance? Der entscheidende Unterschied zur klassischen Gestalttherapie-Variante: In Trance ist der Zugang zu Emotionen direkter. Die Patientin „spielt" nicht die andere Person — sie erlebt deren Perspektive. Das Unbewusste liefert Details, die dem bewussten Nachdenken nicht zugänglich wären. Anwendungsgebiete Partnerkonflikte und Trennungssituationen Arbeitsplatzkonflikte mit Vorgesetzten oder Kolleginnen Familienbeziehungen, insbesondere Eltern-Kind-Dynamiken Innere Konflikte (der „innere Kritiker" bekommt einen Stuhl) Varianten Die Technik kann erweitert werden: Ein dritter Stuhl für eine beobachtende Instanz. Oder ein Wechsel durch verschiedene Lebensphasen — die jüngere Version der Patientin auf dem einen Stuhl, die heutige auf dem anderen. Die Zwei-Stühle-Technik ist Teil des Werkzeugkasten-Seminars am SIMH. - URL: https://simh.ch/blog/zwei-stuehle/ ### Grundkurs Hypnosetherapie — Das Buch zum Kurs *Published: 15.01.2024 | Category: Buch* Grundkurs Hypnosetherapie von Christian Schwegler erschien im Februar 2015 und wurde innerhalb weniger Monate zum drittmeistverkauften Hypnotherapie-Buch auf Amazon. Für wen ist das Buch? Das Buch richtet sich an Therapeutinnen und Therapeuten, die ihre Praxis um hypnotherapeutische Werkzeuge erweitern möchten. Es begleitet den 32-stündigen Grundkurs am SIMH und eignet sich ebenso zum Selbststudium. Inhalt Von den historischen Wurzeln der Hypnose über Trancephänomene und Indikationen bis zu konkreten Techniken: Induktion, hypnotische Sprache, Ressourcenarbeit, Symptomtherapie. Detaillierte Übungen machen das Buch zur praktischen Arbeitsgrundlage — nicht nur zur Theorie. Kontext Die Arbeit mit Hypnose ist die älteste noch angewandte Heilmethode. Das Buch vermittelt diese Tradition in einem modernen, evidenzbasierten Rahmen. Es ist Teil einer Buchreihe, zu der auch der Ratgeber Hypnosetherapie (für Patientinnen und Interessierte) und der Hypnotherapeutische Werkzeugkasten (50 Techniken für die Praxis) gehören. - URL: https://simh.ch/blog/grundkurs-buch/ ### Hypnotherapeutische Techniken zum Download *Published: 15.01.2024 | Category: Downloads* Techniken für die Praxis Die folgenden Techniken stehen als Word-Dokumente zum Download bereit. Sie eignen sich als Begleitmaterial zu unseren Kursen und für die eigene Praxis. Induktions- und Vertiefungstechniken Handlevitation Screentechnik Der fliegende Teppich Therapeutische Techniken Die zwei Stühle — Zwei-Stühle-Technik Ordealtherapie — Die Zumutung Outsourcing an das Unbewusste Therapie von Behandlungsängsten Die Galerie des Lebens Teile und Herrsche Das Bild des Lebens Schäfchenwölkchen Spezifische Anwendungen Flugvorbereitung bei Flugangst Was ich dir noch gern gesagt hätte — Therapeutische Kommunikationstechnik Therapeutische Geschichten Nutze deine Chancen Leben ist Veränderung - URL: https://simh.ch/blog/hypnotherapeutische-techniken/ ### Transkripte mit Kommentar *Published: 10.01.2024 | Category: Downloads* Kommentierte Transkripte Diese kommentierten Transkripte zeigen den Ablauf realer hypnotherapeutischer Sitzungen und eignen sich als Studienmaterial. Affektbrücke — Transkript mit Kommentar Bodyscan — Transkript mit Kommentar - URL: https://simh.ch/blog/transkripte-mit-kommentar/ ### Neuer Kursort: Schloss Binningen *Published: 06.01.2024 | Category: Neuigkeiten* Ab 2024 finden alle Seminare und Grundkurse des SIMH im Schloss Binningen statt. Das historische Schloss bietet grosszügige Seminarräume mit moderner Ausstattung in unmittelbarer Nähe zu Basel. Der Umzug vom Bruderholz ins Schloss Binningen ermöglicht grössere Kursgruppen und eine angenehmere Lernumgebung. Die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und per Auto bleibt sehr gut. Alle aktuellen Kursdaten und Anmeldungen finden Sie auf unserer Website. - URL: https://simh.ch/blog/schloss-binningen/ ### Voraufgezeichnete Trancen *Published: 05.01.2024 | Category: Downloads* Voraufgezeichnete Trancen Diese Texte können als Vorlage für eigene Tranceinduktionen verwendet werden. Tranceinduktion mit Blickfixation Tranceinduktion mit Fokusverschiebung — Fokus von aussen nach innen Induktion von Entspannung - URL: https://simh.ch/blog/voraufgezeichnete-trancen/ ### Audio-Aufnahmen: Trancen und Übungen *Published: 01.01.2024 | Category: Downloads* Audio-Aufnahmen Diese Aufnahmen können als Übungsmaterial verwendet werden. Sie sind als MP3-Dateien zum Download verfügbar. Entspannung — Hand-Arm-Körper-Entspannung Stellvertreter-Tier — Arbeit mit dem Tier als Stellvertreter Symptomobjektivierung Bodyscan - URL: https://simh.ch/blog/audio-trancen-uebungen/ ### Folien Grundkurse *Published: 20.12.2023 | Category: Folien* Grundkurs-Folien Grundkurs GK1 Folien — Basel 2017 Grundkurs GK2 Folien — Basel 2017 Kurs G1 — CAN Dierhagen Kurs G2 — CAN Dierhagen - URL: https://simh.ch/blog/folien-grundkurse/ ### Folien Werkzeugkasten-Seminare *Published: 15.12.2023 | Category: Folien* Werkzeugkasten-Seminare Werkzeugkasten 2022 — MEG Jahrestagung Kassel Folien Werkzeugkasten 2022 Werkzeugkasten Bad Kissingen 2018 Folien Techniken Hamburger Hypnotherapie-Werkstatt 2022 Folien Hamburger Werkzeugkasten 2015 Techniken Folien Werkzeugkasten 2 — Zürich 2015 Folien - URL: https://simh.ch/blog/folien-werkzeugkasten/ ### Folien Spezialthemen *Published: 10.12.2023 | Category: Folien* Spezialthemen Hypnosetherapie bei Krebserkrankungen — Balsthal 2016 Folien — Psychoneuroimmunologische Stimulation Handout — Techniken bei Krebserkrankungen PNI Stimulation — Heidelberg Folien — Psychoneuroimmunologische Stimulation Handouts Burnout und Energielosigkeit — Zürich Folien — Hypnosystemische Ansätze Techniken Weitere Vorträge Einführung in die Hypnotherapie — SGPP Bern 2015 3D-Hypnose — Philip Zindel, SGPP 2015 Komplementärmedizin in der Praxis 5 Elemente — CAN Dierhagen - URL: https://simh.ch/blog/folien-spezialthemen/ ### Die Screentechnik: Trauma aus sicherer Distanz betrachten *Published: 20.04.2023 | Category: technik* Traumatische Erinnerungen direkt zu konfrontieren kann überwältigend sein. Die Screentechnik (auch Bildschirmtechnik oder Kinotechnik genannt) bietet einen sicheren Weg, belastende Ereignisse zu bearbeiten - mit Distanz, Kontrolle und Sicherheit. Was ist die Screentechnik? Das Grundprinzip Der Patient betrachtet eine traumatische Erinnerung wie einen Film auf einer Leinwand - er ist nicht mittendrin, sondern Zuschauer im sicheren Kinosaal. Metaphorische Ebenen: Patient sitzt im Kinosaal = Sichere Gegenwart Leinwand zeigt die Szene = Traumatische Vergangenheit Abstand zwischen Sitz und Leinwand = Therapeutische Distanz Warum funktioniert das? Distanz reduziert Überwältigung: Traumatische Erinnerungen aktivieren das Angstsystem Direkte Konfrontation kann retraumatisieren Distanz ermöglicht Verarbeitung ohne Überforderung Der Patient behält Kontrolle Für wen ist die Screentechnik geeignet? Indikationen PTBS - Posttraumatische Belastungsstörung Einzelne traumatische Ereignisse (Unfälle, Überfälle, etc.) Phobien mit traumatischem Ursprung Belastende Erinnerungen, die intrusive Gedanken auslösen Trauerarbeit nach Verlusterlebnissen Kontraindikationen Vorsicht bei: Komplexem Trauma (hier sind spezialisierte Methoden nötig) Dissoziativen Störungen (zu viel Distanz kann schädlich sein) Akuten psychotischen Symptomen Unzureichender Stabilisierung (erst Ressourcenarbeit!) Der therapeutische Prozess Phase 1: Stabilisierung (WICHTIG!) Vor der Screentechnik MUSS der Patient stabilisiert sein: Sicherer Ort etabliert - Innerer Rückzugsraum Ressourcen aktiviert - Stärken und Bewältigungsstrategien Affektregulation - Fähigkeit, Emotionen zu kontrollieren Vertrauensvolle therapeutische Beziehung Goldene Regel: Keine Traumaarbeit ohne Stabilisierung! Phase 2: Vorbereitung in Trance Tranceinduktion "Schließen Sie Ihre Augen... spüren Sie Ihren Atem... mit jedem Ausatmen sinken Sie tiefer... in einen sicheren, entspannten Zustand..." Den sicheren Ort aufsuchen "Und jetzt gehen Sie zu Ihrem sicheren Ort... dem Ort, an dem Sie sich völlig geborgen fühlen... nehmen Sie sich Zeit... spüren Sie die Sicherheit..." Phase 3: Das Kino erschaffen "Und von diesem sicheren Ort aus... können Sie sich vorstellen, dass Sie in einem Kinosaal sitzen... einem sehr bequemen, sicheren Kinosaal... Sie sitzen weit hinten... in der letzten Reihe... und vor Ihnen ist eine Leinwand... noch dunkel... noch leer..." Wichtige Elemente: Bequemer Sitz = Sicherheit, Kontrolle Weit hinten = Maximale Distanz Ausgang in Reichweite = Fluchtmöglichkeit (symbolisch) Fernbedienung in der Hand = Kontrolle über den Film Phase 4: Kontrollelemente einführen "Und Sie halten eine Fernbedienung in der Hand... mit dieser Fernbedienung können Sie: Play drücken - der Film läuft Pause drücken - der Film hält an Zurückspulen - Sie sehen eine Szene noch einmal Vorspulen - Sie überspringen belastende Teile Ausschalten - der Film stoppt komplett Lautstärke regeln - lauter oder leiser Schwarz-Weiß schalten - Farbe entfernen (reduziert Intensität) Sie haben die volle Kontrolle... jederzeit..." Phase 5: Das Ereignis auf die Leinwand bringen "Und jetzt... wenn Sie bereit sind... können Sie zulassen, dass auf der Leinwand... ein Bild erscheint... ein Bild von dem Ereignis, das Sie bearbeiten möchten... erst nur ein Standbild... schwarz-weiß... ganz ruhig... Sie sitzen sicher im Kinosaal... weit entfernt..." Graduelles Vorgehen: Standbild (nicht bewegend) Schwarz-Weiß (weniger emotional) Ohne Ton (reduzierte Sinneseindrücke) Aus der Ferne (maximale Distanz) Phase 6: Dosierte Annäherung Nur wenn der Patient stabil ist: "Und wenn Sie möchten... können Sie auf Play drücken... der Film läuft langsam... in schwarz-weiß... ohne Ton... und Sie beobachten... was damals geschehen ist... aus sicherer Entfernung... Sie sind nur Zuschauer..." Therapeut beobachtet: Körpersprache (Anspannung?) Atmung (flach, schnell?) Gesichtsausdruck (Angst, Panik?) Bei Anzeichen von Überwältigung: STOPP! Phase 7: Neubewertung und Integration Erwachsenen-Perspektive einbringen "Und während Sie diesen Film sehen... können Sie als erwachsener Mensch von heute... erkennen, was damals geschehen ist... Sie haben heute Ressourcen, die Sie damals nicht hatten... Sie sind heute sicher... das Ereignis ist vorbei..." Hilfreiche Figur einführen Optional: "Und vielleicht können Sie sich vorstellen... dass jemand in den Film hineingeht... jemand, der hilft... vielleicht Sie selbst als erwachsener Mensch... der diesem jüngeren Ich beisteht... tröstet... beschützt..." Phase 8: Rückkehr "Und wenn Sie bereit sind... schalten Sie den Film aus... die Leinwand wird dunkel... Sie stehen auf... verlassen den Kinosaal... kehren zurück zu Ihrem sicheren Ort... und von dort... mit einem tiefen Atemzug... zurück ins Hier und Jetzt..." Wichtige Sicherheitselemente 1. Die Fernbedienung Symbolisiert Kontrolle Patient kann jederzeit pausieren Reduziert Hilflosigkeitsgefühl Gibt Sicherheit 2. Die Distanz Physische Metapher für emotionale Distanz Nicht mittendrin, sondern Zuschauer Vergangenheit vs. Gegenwart Dort vs. hier 3. Der Ausstieg Jederzeit möglich "Wenn es zu viel wird, können Sie einfach die Augen öffnen und zurückkommen." 4. Schwarz-Weiß-Modus Reduziert emotionale Intensität Farbe = emotional intensiver Schwarz-Weiß = neutraler, dokumentarischer Variationen der Technik 1. Die Doppel-Kino-Technik Patient sitzt in einem Kino und beobachtet sich selbst in einem anderen Kino, der den Film sieht. Doppelte Distanz = noch sicherer (für schwere Traumata) 2. Die Fernseh-Variante Statt Kino: Fernseher mit sehr kleinem Bildschirm Für Patienten, denen Kino zu überwältigend ist Kleinerer Bildschirm = weniger bedrohlich 3. Die Foto-Variante Statt Film: Standbilder durchblättern Noch weniger Bewegung Mehr Kontrolle Für sehr ängstliche Patienten 4. Die Comic-Variante Traumatische Szene wird als Comic gezeichnet Abstrahierung reduziert Realitätsnähe Gut für Kinder und kreative Erwachsene Kombination mit anderen Techniken Mit EMDR Nach der Screentechnik: Bilaterale Stimulation zur Verarbeitung Mit Ressourcenarbeit Vor der Traumaszene: Ressourcenfilm ansehen (Erfolge, Stärke, Liebe) Mit Teilearbeit Das "verletzte innere Kind" auf der Leinwand vom "erwachsenen Ich" trösten lassen Häufige Probleme und Lösungen Problem: "Ich sehe nichts!" Lösung: "Das ist okay. Wissen Sie einfach, was dort wäre. Oder spüren Sie es." Problem: "Es ist zu nah!" Lösung: "Gehen Sie weiter nach hinten im Kinosaal. Oder machen Sie den Bildschirm kleiner." Problem: "Ich bin mittendrin!" Lösung: "Treten Sie heraus aus dem Film. Setzen Sie sich zurück in den Kinosaal. Sie sind Zuschauer, nicht Teilnehmer." Problem: "Es überwältigt mich!" Lösung: SOFORT ABBRECHEN "Öffnen Sie die Augen. Spüren Sie Ihre Füße auf dem Boden. Sie sind hier, im Raum, in Sicherheit." Integration und Nachsorge Nach der Sitzung Nachbesprechung: Was haben Sie erlebt? Stabilisierung: Rückkehr ins Hier und Jetzt Hausaufgabe: Sicherer Ort täglich üben Notfallplan: Was tun bei Flashbacks? Langfristige Verarbeitung Traumaarbeit ist kein Einmalprozess: Mehrere Sitzungen können nötig sein Zwischen Sitzungen: Stabilisierung Gradueller Fortschritt statt schnelle "Heilung" Ethische Überlegungen Wann ist der richtige Zeitpunkt? Nicht zu früh: Patient muss stabilisiert sein Ressourcen müssen vorhanden sein Therapeutische Beziehung muss tragfähig sein Nicht zu spät: Vermeidung kann chronifizieren Trauma sollte bearbeitet werden, wenn Patient bereit ist Informierte Einwilligung Patient muss verstehen: Was passieren wird Dass es belastend sein kann Dass er jederzeit stoppen kann Dass Kontrolle bei ihm liegt Fazit Die Screentechnik ist eine sichere, kontrollierte Methode zur Traumabearbeitung: Distanz schützt vor Überwältigung Kontrolle gibt Sicherheit Graduelles Vorgehen respektiert Grenzen Integration ermöglicht Heilung Therapeutische Weisheit: "Trauma muss gefühlt werden, um zu heilen - aber nicht erneut durchlebt." Die Screentechnik bietet genau diesen Mittelweg: Fühlen mit Sicherheit. Download: Screentechnik.docx Literatur: Reddemann, Luise: "Imagination als heilsame Kraft" Shapiro, Francine: "EMDR" (kombinierbar mit Screentechnik) Schweizer Institut für Medizinische Hypnose www.simh.ch - URL: https://simh.ch/blog/screentechnik/ ### Die Galerie des Lebens: Eine Reise durch Ihre Erinnerungen *Published: 10.04.2023 | Category: technik* Stellen Sie sich vor, Ihr ganzes Leben wäre eine Kunstgalerie - jede Erinnerung ein Gemälde, jede Lebensphase ein eigener Raum. Die "Galerie des Lebens" ist eine hypnotherapeutische Technik, die genau diese Metapher nutzt, um Patienten zu helfen, ihr Leben aus neuer Perspektive zu betrachten. Was ist die Galerie des Lebens? Die Grundidee Der Patient wird in Trance geführt und besucht eine imaginäre Kunstgalerie, in der sein Leben ausgestellt ist: Jeder Raum = Eine Lebensphase (Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter) Jedes Bild = Eine wichtige Erinnerung oder Erfahrung Der Patient = Galeriebesucher, der in Ruhe betrachten kann Therapeutischer Nutzen Die Galerie-Metapher schafft: Distanz - Erinnerungen werden betrachtet, nicht durchlebt Überblick - Das ganze Leben wird sichtbar Neubewertung - Alte Ereignisse können neu interpretiert werden Ressourcenaktivierung - Positive Erinnerungen werden wiederentdeckt Sicherheit - Der Patient ist nur Betrachter, nicht involviert Für welche Patienten? Besonders geeignet bei: Lebenskrisen - "Wer bin ich? Wo stehe ich?" Identitätsfragen - Sinnsuche, Orientierungslosigkeit Biografischer Arbeit - Integration verschiedener Lebensphasen Ressourcensuche - "Was hat mir früher geholfen?" Abschiedsarbeit - Bei Lebensübergängen (Rente, Scheidung, etc.) Weniger geeignet bei: Akuten Traumata (zu früh für Distanz) Schweren Depressionen (Gefahr der Rumination) Patienten mit geringer Imaginationsfähigkeit Der therapeutische Prozess Phase 1: Vorbereitung Therapeut: "Haben Sie schon einmal eine Kunstgalerie besucht? Wie ist das für Sie - ruhig durch Räume zu gehen, Bilder zu betrachten?" Der Therapeut prüft: Kann der Patient sich Galerien vorstellen? Ist die Metapher angenehm oder belastend? Gibt es Ängste (z.B. vor negativen Erinnerungen)? Phase 2: Tranceinduktion Klassische Induktion, z.B.: "Und während Sie Ihre Augen schließen... können Sie bemerken, wie Ihr Atem ruhiger wird... und mit jedem Ausatmen... sinken Sie tiefer... in einen angenehmen Zustand der Entspannung..." Phase 3: Betreten der Galerie "Und jetzt können Sie sich vorstellen... dass Sie vor einem schönen Gebäude stehen... es ist eine Galerie... Ihre ganz persönliche Galerie des Lebens... Sie sehen die Eingangstür... vielleicht aus Holz, vielleicht aus Glas... und Sie wissen... in dieser Galerie sind die Bilder Ihres Lebens ausgestellt..." Phase 4: Exploration Der Patient "geht" durch verschiedene Räume: Raum 1: Die Kindheit "Sie betreten den ersten Raum... und über der Tür steht: 'Kindheit'... in diesem Raum hängen Bilder aus Ihrer frühen Lebenszeit... gehen Sie ruhig von Bild zu Bild... betrachten Sie, was dort zu sehen ist... es ist nur ein Bild, Sie sind sicher..." Therapeutische Fragen: Welche Bilder sehen Sie? Welches zieht Ihre Aufmerksamkeit? Welche Farben hat es? Was fühlen Sie beim Betrachten? Raum 2: Die Jugend "Jetzt gehen Sie weiter... zum nächsten Raum... 'Jugend' steht über der Tür... auch hier hängen Bilder... vielleicht erkennen Sie sich selbst... vielleicht sehen Sie wichtige Menschen aus dieser Zeit..." Raum 3: Das Erwachsenenalter "Und Sie gehen weiter... in den Raum der Erwachsenenzeit... hier sind neuere Bilder... vielleicht auch Bilder von schwierigen Zeiten... aber auch von Erfolgen... von Momenten, auf die Sie stolz sind..." Phase 5: Neubewertung Hier wird die Technik therapeutisch: Verändern von Bildern "Und wenn Sie jetzt ein Bild sehen, das Ihnen nicht gefällt... ein dunkles, schweres Bild... dann können Sie als Kurator dieser Galerie entscheiden... wollen Sie es umhängen? In einen anderen Raum? Wollen Sie die Beleuchtung ändern? Oder einen schönen Rahmen drumherum setzen?" Metaphorische Bedeutung: Umhängen = Ereignis neu einordnen Beleuchtung ändern = Aus neuer Perspektive sehen Schöner Rahmen = Wertschätzung für schwierige Erfahrungen Bild abhängen = Loslassen (mit Vorsicht!) Neue Bilder malen "Und vielleicht gibt es in dieser Galerie auch leere Rahmen... Platz für neue Bilder... Bilder von dem, was noch kommen soll... wie möchten Sie diese Rahmen füllen? Welche Farben, welche Szenen?" Therapeutische Funktion: Zukunftsvision, Zielsetzung Phase 6: Ressourcenraum Optional: Ein besonderer Raum "Und tief in dieser Galerie... gibt es einen besonderen Raum... einen Raum voller Bilder, die Sie stärken... Bilder von Momenten, in denen Sie stark waren... stolz... geliebt... erfolgreich... gehen Sie in diesen Raum... betrachten Sie diese Ressourcenbilder..." Funktion: Positive Erinnerungen aktivieren und verankern Phase 7: Rückkehr und Ausleitung "Und wenn Sie bereit sind... gehen Sie langsam zurück zum Ausgang der Galerie... Sie nehmen mit, was wichtig war... Sie wissen, Sie können jederzeit zurückkehren... und dann... mit einem tiefen Atemzug... kehren Sie zurück ins Hier und Jetzt... öffnen Ihre Augen... erfrischt und klar..." Variationen der Technik 1. Die Fotoalben-Variante Statt Galerie: Fotoalben durchblättern Für Patienten, denen Galerien zu "künstlich" sind Familiärer, persönlicher 2. Die Zeitreise-Variante Statt statischer Bilder: Filme oder lebendige Szenen Für Patienten mit starker visueller Imagination Kann intensiver sein (Vorsicht bei Trauma!) 3. Die Skulpturen-Variante Statt Bilder: Skulpturen, die Lebensthemen darstellen Für abstrakte Denker Gut für emotionale Themen, die schwer in Bilder zu fassen sind 4. Die Museumswärter-Variante Patient ist nicht nur Besucher, sondern Kurator: Mehr Kontrolle und Selbstwirksamkeit Aktive Neugestaltung der Lebensgeschichte Praktische Tipps 1. Langsam beginnen Nicht sofort in traumatische Bereiche gehen. Erst positive oder neutrale Räume besuchen. 2. Pacing beachten Manche Patienten brauchen lange bei einem Bild - das ist okay. Nicht drängen. 3. Sicherheit betonen "Es sind nur Bilder... Sie sind sicher... Sie können jederzeit weitergehen..." 4. Nachbesprechung Nach der Trance: Was haben Sie gesehen? Welche Bilder waren überraschend? Was nehmen Sie mit? Kombination mit anderen Techniken Mit Teilearbeit "In jedem Raum ist auch ein Teil von Ihnen... das Kind, der Jugendliche, der Erwachsene... möchten Sie mit einem dieser Teile sprechen?" Mit Ressourcenarbeit "Suchen Sie in der Galerie ein Bild, das Kraft gibt... und wenn Sie es gefunden haben... treten Sie hinein... fühlen Sie diese Kraft wieder..." Mit Zukunftsarbeit "Es gibt auch einen Raum mit Bildern der Zukunft... was möchten Sie dort sehen?" Häufige Reaktionen "Ich sehe nichts!" Antwort: "Das ist okay. Spüren Sie vielleicht etwas? Oder wissen Sie einfach, was da wäre?" "Es ist zu traurig!" Antwort: "Dann gehen Sie weiter zum nächsten Bild. Sie bestimmen das Tempo." "Kann ich ein Bild entfernen?" Antwort: Mit Vorsicht! Besser: Umhängen, neu rahmen, anders beleuchten - aber nicht verleugnen. Kontraindikationen Vorsicht bei: Akuten Traumata (Gefahr der Retraumatisierung) Dissoziativer Störung (zu viel Distanz kann schädlich sein) Psychotischen Symptomen (Realitätsbezug wichtig) Fazit Die Galerie des Lebens ist eine sanfte, bildhafte Technik, die: Distanz zu schwierigen Erinnerungen schafft Überblick über das Leben ermöglicht Ressourcen sichtbar macht Neubewertung alter Ereignisse erlaubt Zukunftsvisionen entwickelt Sie ist besonders wertvoll in der biografischen Arbeit, bei Lebenskrisen und zur Ressourcenaktivierung. Download: Die Galerie des Lebens.docx Schweizer Institut für Medizinische Hypnose www.simh.ch - URL: https://simh.ch/blog/galerie-des-lebens/ ### Die Zumutung: Ordealtherapie in der Hypnotherapie *Published: 01.04.2023 | Category: technik* Ordealtherapie (von engl. "ordeal" = Prüfung, Qual) gehört zu den kontroversesten und gleichzeitig wirksamsten Techniken der modernen Hypnosetherapie. Die Methode wurde von Milton Erickson entwickelt und basiert auf einem scheinbar paradoxen Prinzip. Das Grundprinzip Die Idee: Der Patient muss eine unangenehme, aber nicht schädliche Aufgabe erfüllen, sobald das unerwünschte Symptom auftritt. Warum funktioniert das? Das Gehirn führt ständig eine Kosten-Nutzen-Analyse durch: Vorher: Symptom bringt unbewussten Gewinn (Aufmerksamkeit, Vermeidung, Entlastung) Mit Ordeal: Symptom kostet mehr, als es nutzt Ergebnis: Das Unbewusste "entscheidet" sich gegen das Symptom Beispiele aus der Praxis Klassisches Erickson-Beispiel: Schlafstörungen Problem: Ein Patient kann nicht einschlafen und wälzt sich stundenlang. Ordeal: Wenn Sie nach 20 Minuten noch wach sind, stehen Sie auf und wachsen Sie den Küchenboden - gründlich, auf Knien, mit Zahnbürste in den Ecken. Ergebnis: Das Unbewusste "lernt", dass Einschlafen die angenehmere Option ist. Rauchen Problem: Patient will mit dem Rauchen aufhören, schafft es aber nicht. Ordeal: Bei jeder Zigarette müssen Sie: Um 4 Uhr morgens aufstehen In den Keller gehen Dort die Zigarette rauchen Danach 30 Minuten Liegestütze machen Ergebnis: Rauchen wird mühsam - die Motivation zu rauchen sinkt. Zwanghafte Gedanken Problem: Patient hat zwanghafte Gedanken, die ihn quälen. Ordeal: Jedes Mal, wenn der Zwangsgedanke auftritt, müssen Sie: Den Gedanken 50 Mal laut aussprechen Währenddessen rückwärts von 1000 in 7er-Schritten zählen Das Ganze aufnehmen und anhören Ergebnis: Der Zwangsgedanke verliert seinen "automatischen" Charakter. Wichtige Prinzipien der Ordealtherapie 1. Die Ordeal muss unangenehmer sein als das Symptom Wenn die Aufgabe zu leicht ist, funktioniert es nicht. Das Unbewusste muss "rechnen": Symptom = zu teuer. 2. Die Ordeal darf nicht schädlich sein Keine gefährlichen Aufgaben, keine Selbstverletzung, keine extremen körperlichen Belastungen. Erlaubt: Unangenehme Hausarbeit Nächtliches Aufstehen Langweilige, monotone Tätigkeiten Körperliche Anstrengung (im gesunden Rahmen) Nicht erlaubt: Selbstverletzung Gefährliche Aktivitäten Demütigung Schädigung anderer 3. Der Patient muss zustimmen Ordealtherapie ist kein Zwang. Der Patient muss: Die Logik verstehen Freiwillig zustimmen Sich verpflichten, die Ordeal durchzuführen 4. Die Ordeal sollte therapeutisch wertvoll sein Ideale Ordeals haben Zusatznutzen: Küchenboden wachsen → Saubere Wohnung Sport machen → Bessere Fitness Lesen → Mehr Bildung Früh aufstehen → Besserer Tagesrhythmus Wann ist Ordealtherapie indiziert? Geeignet für: Chronische Symptome, die auf andere Interventionen nicht ansprechen Sekundärer Krankheitsgewinn - wenn das Symptom unbewusst "nützlich" ist Motivierte Patienten, die wirklich Veränderung wollen Selbstlimitierende Symptome - Rauchen, Nägelkauen, Schlafstörungen Nicht geeignet für: Schwere psychische Störungen (Psychosen, schwere Depressionen) Patienten mit geringer Frustrationstoleranz Symptome mit klarer organischer Ursache Trauma-bedingte Symptome (hier sind andere Methoden angezeigt) Ethische Überlegungen Ist das nicht Bestrafung? Eine häufige Kritik: "Das ist doch Strafe für das Symptom!" Antwort: Nein, es ist eine Lernhilfe für das Unbewusste. Der Patient wählt freiwillig Die Ordeal ist nicht schädlich Das Ziel ist Symptomfreiheit, nicht Bestrafung Es gibt immer einen therapeutischen Zusatznutzen Therapeutische Haltung Ordealtherapie funktioniert am besten, wenn der Therapeut: Humorvoll ist (nicht zynisch) Kreativ die passende Ordeal findet Empathisch bleibt (kein Sadismus) Respektvoll mit dem Symptom umgeht Kombination mit Hypnose Hypnotische Verstärkung Ordealtherapie kann durch Hypnose verstärkt werden: Tranceinduktion - Patient in Trance führen Zukünftige Visualisierung - Patient sieht sich, wie er die Ordeal durchführt Verankerung - Verbindung Symptom <-> Ordeal wird unbewusst verstärkt Posthypnotische Suggestion - "Jedes Mal, wenn X auftritt, werden Sie automatisch Y tun" Beispiel-Induktion "Und während Sie jetzt in dieser angenehmen Trance sind... können Sie sich vorstellen... wie Sie nachts aufwachen... dieses vertraute Verlangen nach einer Zigarette spüren... und gleichzeitig wissen Sie... dass der Keller wartet... die kalten Fliesen... die Liegestütze... und ein Teil von Ihnen... ein sehr kluger Teil... beginnt zu rechnen... ist es das wert?" Häufige Fehler 1. Zu milde Ordeal Fehler: "Bei jedem Zwangsgedanken trinken Sie ein Glas Wasser." Problem: Zu leicht, kein echter "Preis". 2. Zu harte Ordeal Fehler: "Bei jeder Zigarette laufen Sie 10 Kilometer." Problem: Unrealistisch, Patient gibt auf. 3. Keine klare Verknüpfung Fehler: "Machen Sie jeden Tag Sport." Problem: Nicht direkt an Symptom gekoppelt. 4. Demütigende Aufgaben Fehler: "Rufen Sie Ihren Ex an und entschuldigen Sie sich." Problem: Ethisch fragwürdig, verletzend. Erfolgsgeschichten Fall 1: Nägelkauen Patient: 28-jährige Frau, kaut seit Kindheit Nägel Ordeal: Bei jedem Nägelkauen → Badezimmer putzen (komplett) Ergebnis: Nach 2 Wochen deutliche Reduktion, nach 6 Wochen symptomfrei Fall 2: Prokrastination Patient: Student, schiebt Hausarbeiten auf Ordeal: Jeden Tag ohne Fortschritt → 1 Stunde langweiligste Aufgabe (Socken sortieren, Münzen zählen) Ergebnis: Hausarbeit wurde plötzlich "attraktiver" als Socken sortieren Fazit Ordealtherapie ist keine Standardmethode - aber ein mächtiges Werkzeug für hartnäckige Symptome. Wann Sie es versuchen sollten: Andere Methoden haben nicht funktioniert Der Patient ist motiviert und kooperativ Es gibt klaren sekundären Krankheitsgewinn Das Symptom ist selbstlimitierend Therapeutische Weisheit: "Manchmal muss das Unbewusste lernen, dass Gesundheit bequemer ist als Krankheit." Download: Die Zumutung - Ordealtherapie.docx Literatur: Milton H. Erickson: "My Voice Will Go With You" (Sidney Rosen) Jay Haley: "Ordeal Therapy" Schweizer Institut für Medizinische Hypnose www.simh.ch - URL: https://simh.ch/blog/ordealtherapie/ ### Transkript: Die Arbeit mit dem Inneren Heiler *Published: 26.10.2022 | Category: transkript* Dieser Beitrag dokumentiert ein Transkript aus einem Hamburger Hypnotherapie-Workshop. Die Technik des "Inneren Heilers" gehört zu den ältesten hypnotherapeutischen Ansätzen und geht zurück auf den ägyptischen Tempelschlaf um 1550 v. Chr. Kernkonzept Die Methode basiert auf der Erkenntnis, dass jede Heilung, die wir erfahren, im Grunde genommen eine Selbstheilung ist. Der Therapeut führt den Patienten durch mehrere Perspektivwechsel, um unbewusste Bedürfnisse hinter Erkrankungen zu identifizieren. Technische Besonderheiten Induktion Kombination aus Bodyscan und Verwirrungstechniken, die den Patienten sanft in einen Trancezustand führen. Erweiterung Mehrfache Perspektivwechsel zwischen Patient und "Innerem Heiler" ermöglichen neue Einsichten und emotionale Durchbrüche. Methodik: Das Zwiebelmodell Schrittweise Bearbeitung durch verschiedene emotionale Schichten - ähnlich dem Schälen einer Zwiebel. Jede Schicht offenbart tiefere Bedürfnisse und Emotionen. Praktisches Beispiel Das Transkript zeigt eine Live-Sitzung über Zoom, in der eine Klientin ihre emotionalen Blockaden bearbeitet: Mangelndes Selbstwertgefühl Gefühle von Ablehnung Wut über Lebenseinschränkungen Empfundene Isolation Wichtige therapeutische Prinzipien Der Therapeut betont die Bedeutung von: Pacing: Spiegeln der Aussagen des Patienten, um Rapport aufzubauen und Vertrauen zu schaffen. Positive Bestätigungen: Statt kognitiver Lösungsansätze führen emotionale Validierung und positive Bestätigungen zu tieferen therapeutischen Durchbrüchen. Flexibilität: Die Technik wird an die individuellen Bedürfnisse des Patienten angepasst, nicht starr einem Schema folgend. Fazit Die Arbeit mit dem Inneren Heiler ist eine kraftvolle Technik, die es Patienten ermöglicht, aus einer Meta-Perspektive auf ihre Symptome zu schauen und die dahinterliegenden Bedürfnisse zu verstehen. Die Methode zeigt eindrucksvoll, wie alte therapeutische Weisheiten auch in der modernen Hypnosetherapie ihre Gültigkeit behalten. - URL: https://simh.ch/blog/innerer-heiler/ ### Wird dieser Blog gelesen? *Published: 07.09.2022 | Category: allgemein* Gerade dachte ich daran, dass ich mal wieder einen Blog-Beitrag schreiben möchte... und da habe ich mich gefragt: Für wen schreibe ich diesen Blog eigentlich? Schreiben für sich selbst oder für andere? Natürlich macht mir das Schreiben persönlich Freude - es hilft mir, Gedanken zu ordnen, therapeutische Erfahrungen zu reflektieren und Wissen zu strukturieren. Aber der eigentliche Zweck eines Blogs sollte sein, den Lesern einen Mehrwert zu bieten. Ihre Meinung ist gefragt! Deshalb möchte ich Sie direkt fragen: Welche Inhalte interessieren Sie am meisten? Über welche Themen würden Sie gerne mehr lesen? Mögliche Themen: Hypnotherapeutische Techniken: Detaillierte Beschreibungen von Interventionen und Methoden Sitzungstranskripte: Authentische Einblicke in therapeutische Sitzungen mit Kommentaren Informationen für Einsteiger: Grundlagen der Hypnosetherapie, Mythen und Fakten Seminar- und Konferenzberichte: Updates zu aktuellen Entwicklungen in der Hypnotherapie Lassen Sie es mich wissen! Schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an info@praxisschwegler.ch und teilen Sie mir mit, welche Inhalte Sie sich wünschen. Ihr Feedback hilft mir, diesen Blog so zu gestalten, dass er für Sie wirklich nützlich und interessant ist. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen! Dr. Christian Schwegler Schweizer Institut für Medizinische Hypnose - URL: https://simh.ch/blog/blog-gelesen/ ### Psychoneuroimmunologie und Hypnotherapie *Published: 31.08.2022 | Category: wissenschaft* Auf der Jahrestagung der Milton Erickson Gesellschaft hatte ich das Privileg, Prof. Dr. Christian Schubert zu begleiten - einen der führenden Psychoneuroimmunologen im deutschsprachigen Raum. Sein Mittagsvortrag bot faszinierende Einblicke in die Verbindung zwischen Psyche, Nervensystem, Immunsystem und der therapeutischen Wirkung von Hypnose. Was ist Psychoneuroimmunologie? Die Psychoneuroimmunologie (PNI) untersucht die Wechselwirkungen zwischen: Psyche (Gedanken, Emotionen, Verhalten) Nervensystem (Gehirn, Nerven) Immunsystem (Abwehrzellen, Entzündungsreaktionen) Diese Systeme sind nicht getrennt, sondern kommunizieren ständig miteinander. Was wir denken und fühlen, hat messbare Auswirkungen auf unser Immunsystem. Chronischer Stress und Entzündungsreaktionen Prof. Schubert präsentierte überzeugende Forschungsergebnisse: Stressquellen mit messbaren Immuneffekten: Frühe traumatische Belastungen Zwischenmenschliche Konflikte Chronische Einsamkeit Anhaltender psychosozialer Stress All diese Faktoren führen zu messbaren Entzündungsreaktionen im Körper. Konkrete Zahlen: Erhöhte Interleukin-6-Werte verdoppeln die Sterblichkeitsrate bei über 65-Jährigen innerhalb von 5 Jahren. Das ist keine abstrakte Korrelation - es zeigt einen direkten, messbaren Zusammenhang zwischen chronischem Stress, Entzündung und Gesundheit. Sickness Behavior: Wenn Entzündung müde macht Entzündungszytokine (Botenstoffe des Immunsystems) führen zu dem, was in der Forschung "Sickness Behavior" genannt wird: Chronische Erschöpfung Schlafstörungen Antriebslosigkeit Sozialer Rückzug Depressive Verstimmungen Viele Symptome, die wir als rein psychisch betrachten, haben also auch eine immunologische Komponente. Wo kommt die Hypnotherapie ins Spiel? Hier wird es besonders spannend: Hypnotherapie kann die Ausschüttung proinflammatorischer Zytokine beeinflussen. Forschungsergebnisse: HSV-Rezidive (Herpes): Hypnotherapie reduziert nachweislich die Häufigkeit von Herpes-Ausbrüchen - ein direkter Beweis für die Beeinflussung des Immunsystems. Genexpression: Studien zeigen, dass Hypnose die Expression bestimmter Gene verändern kann, die für Entzündungsreaktionen verantwortlich sind. Stressreduktion: Durch die Arbeit mit Trance, Ressourcenaktivierung und therapeutischer Kommunikation können wir chronischen Stress reduzieren - und damit auch die damit verbundenen Entzündungsreaktionen. Praktische Bedeutung für die Therapie Für uns als Hypnotherapeuten bedeutet das: Unsere Arbeit hat messbare biologische Effekte Psychische und körperliche Gesundheit sind untrennbar verbunden Hypnotherapie ist nicht nur "Entspannung" - sie beeinflusst fundamentale physiologische Prozesse Fazit Der Vortrag von Prof. Schubert hat eindrucksvoll gezeigt, dass Hypnotherapie weit mehr ist als eine psychotherapeutische Methode. Sie ist ein Werkzeug, das tief in die Biologie des Menschen eingreift und nachweisbare positive Veränderungen auf zellulärer Ebene bewirken kann. Die Brücke zwischen Psychoneuroimmunologie und Hypnotherapie zu verstehen, öffnet neue Perspektiven für die Behandlung chronischer Erkrankungen, Erschöpfungszustände und stressbedingter Störungen. Weiterführende Informationen: Jahrestagung der Milton Erickson Gesellschaft Deutschland Prof. Dr. Christian Schubert - Medizinische Universität Innsbruck - URL: https://simh.ch/blog/psychoneuroimmunologie/ ### Transkript: Aus dem Bild des Lebens wird ein Ressourcenfokus *Published: 22.06.2022 | Category: transkript* Nach einem Seminar in Österreich führte ich eine Ressourcensitzung mit einer Kursteilnehmerin durch, die eine sehr herausfordernde Lebensgeschichte hinter sich hatte. Was als geplante Demonstration einer neuen Technik begann, wurde zu einer wichtigen Lektion über therapeutische Flexibilität. Die ursprüngliche Planung Ich wollte die Technik des "Bildes der Heilung" vorstellen - eine visuell orientierte Methode, bei der Patienten sich ein heilendes, stärkendes Bild vorstellen und dieses mit positiven Emotionen verknüpfen. Was tatsächlich geschah Die Klientin hatte erhebliche Schwierigkeiten mit visueller Imagination. Das "Bild der Heilung" wollte einfach nicht entstehen. Hier musste ich eine Entscheidung treffen: An der Technik festhalten und riskieren, dass die Klientin sich unzulänglich fühlt? Oder flexibel sein und die Intervention an ihre Fähigkeiten anpassen? Die Anpassung: Urlaubserinnerung als Ressource Statt eines imaginären Bildes nutzte ich eine echte Erinnerung - einen Strand in Griechenland, an dem die Klientin einmal entspannte Tage verbracht hatte. Technische Elemente der adaptierten Intervention: Emotionsobjektivierung: Die Gefühle wurden als Farben dargestellt: Türkis für Ruhe und Frieden (wie das Meer) Gelb für Wärme und Lebensfreude (wie die Sonne) Körperweite Ausbreitung: Diese positiven Emotionen/Farben wurden systematisch durch den ganzen Körper geleitet, sodass die Ressourcen physisch spürbar wurden. Verankerung: Die Verbindung zwischen der Urlaubserinnerung und dem positiven Körpergefühl wurde gestärkt, sodass die Klientin diese Ressource im Alltag abrufen kann. Die zentrale Erkenntnis: Flexibilität vor Technik "Der Patient ist wichtiger als die Technik." Es ist nicht entscheidend, ob wir eine Intervention exakt so durchführen, wie sie im Lehrbuch steht. Entscheidend ist: Den Patienten dort abholen, wo er steht Seine individuellen Fähigkeiten und Ressourcen nutzen Die Intervention situativ anpassen Das therapeutische Ziel nicht aus den Augen verlieren Praktische Tipps für flexible Interventionen 1. Beobachten Sie die Reaktionen Wenn eine Technik nicht "funktioniert", ist das kein Versagen - es ist Information. Nutzen Sie diese Information! 2. Fragen Sie nach "Was wäre für Sie hilfreich?" oder "Gibt es eine Erinnerung, die Ihnen ein gutes Gefühl gibt?" können therapeutische Wendepunkte sein. 3. Vertrauen Sie dem Prozess Manchmal entwickeln sich die besten Interventionen spontan im therapeutischen Dialog. 4. Technik als Werkzeug, nicht als Vorschrift Techniken sind Angebote, keine Befehle. Wenn ein Werkzeug nicht passt, nehmen Sie ein anderes. Fazit Diese Sitzung erinnert mich daran, dass wir keine Technikvollstrecker sind, sondern Therapeuten. Unser Werkzeugkasten ist da, um den Patienten zu dienen - nicht umgekehrt. Die erfolgreichste Intervention ist nicht die am perfektesten durchgeführte, sondern die, die beim individuellen Patienten wirkt. Hinweis: Das vollständige Transkript mit allen therapeutischen Details ist in unseren Seminaren verfügbar. - URL: https://simh.ch/blog/ressourcenfokus/ ### Transkript: Eine Stellvertretertechnik wird zur Regietechnik *Published: 01.06.2022 | Category: transkript* Dieses Transkript dokumentiert eine therapeutische Sitzung aus einem Seminar in Seeham bei Salzburg. Es zeigt eindrucksvoll, wie sich eine Intervention während der Sitzung entwickeln und transformieren kann, wenn wir den Bedürfnissen der Klientin folgen. Der geplante Ablauf: Stellvertretertechnik Die Stellvertretertechnik (auch Surrogat-Technik genannt) ist eine etablierte hypnotherapeutische Methode: Der Patient stellt sich vor, eine andere Person oder ein Teil von sich selbst zu sein Durch diesen Perspektivwechsel entstehen neue Einsichten Die Technik wird oft mit der Positivbild-Negativbild-Methode kombiniert Therapeutischer Einstieg T: Ich beginne mit einem kurzen Bodyscan zur Tranceinduktion... Der Patient wird sanft in einen fokussierten Zustand geführt, in dem innere Bilder und Gefühle leichter zugänglich werden. Der unerwartete Wendepunkt Während der Sitzung beschreibt die Klientin: K: Ich sehe ein kleines Kind... es hat Angst... es fühlt sich so hilflos... Was hier geschieht: Das innere Kind, das erscheint, ist nicht einfach nur ein Bild - es trägt eine traumatische Qualität. Es zeigt: Angst - diffus und überwältigend Hilflosigkeit - keine Kontrolle über die Situation Verletzlichkeit - Ausgeliefertsein Die therapeutische Entscheidung: Wechsel zur Regietechnik Statt bei der ursprünglichen Stellvertretertechnik zu bleiben, reagiere ich auf das, was die Klientin braucht. Ich biete ihr eine Regisseurin-Perspektive an. Was ist die Regietechnik? Bei der Regietechnik (auch Beobachter- oder Regisseur-Technik): Der Patient nimmt eine Meta-Position ein Er betrachtet traumatische Szenen aus sicherer Distanz Er erhält Kontrolle über die Szene - wie ein Filmregisseur Er kann die Szene verändern, pausieren, umschreiben T: Und während du dieses Kind siehst... könntest du dir vorstellen, dass du wie eine Regisseurin bist? Du kannst entscheiden, wie diese Szene weitergeht... K: Ja... ich kann das sehen... aus der Ferne... Der therapeutische Prozess Phase 1: Distanz schaffen Die Klientin betrachtet die Szene von außen - das reduziert die emotionale Überwältigung. Phase 2: Selbstwirksamkeit fördern T: Was würde dieses Kind jetzt brauchen? Was könntest du als Regisseurin tun? K: Es braucht jemanden... jemanden, der es in den Arm nimmt... der sagt, dass alles gut wird... Phase 3: Heilende Intervention Die Klientin "inszeniert" nun eine neue Version der Szene - eine, in der das Kind die Fürsorge und Sicherheit erhält, die es damals nicht hatte. K: Ich sehe mich selbst... wie ich zu dem Kind gehe... es hochhebe... es ist so leicht... und ich sage ihm: "Du bist sicher. Ich bin jetzt da." Das therapeutische Ergebnis Aus Angst und Hilflosigkeit entwickelt sich ein Happy End: Das innere Kind erfährt Geborgenheit Die erwachsene Klientin erlebt Selbstwirksamkeit ("Ich kann etwas tun") Die Szene wird mit positivem Ausgang neu gespeichert Symbolisches Fliegen - Freiheit, Leichtigkeit, Loslösen von alten Lasten K: Und jetzt... fliegen wir... zusammen... es ist so schön... Therapeutische Prinzipien hinter dieser Sitzung 1. Flexibilität Die beste Intervention ist die, die im Moment passt - nicht die, die wir geplant hatten. 2. Dem Unbewussten folgen Das "kleine Kind" kam spontan - das war kein Zufall. Das Unbewusste der Klientin zeigte, was bearbeitet werden musste. 3. Sicherheit durch Distanz Bei traumatischen Inhalten ist die Regietechnik oft hilfreicher als direkte Konfrontation. 4. Selbstwirksamkeit als Heilfaktor Die Klientin war nicht passives Opfer, sondern aktive Gestalterin ihrer Heilung. Praktische Anwendung Wann eignet sich die Regietechnik? Bei traumatischen Erinnerungen, die zu überwältigend für direkte Arbeit sind Wenn Patienten Kontrollverlust fürchten Bei Dissoziationsneigung - die Distanz ist hier therapeutisch Zur Neuverarbeitung alter Szenen mit positivem Ausgang Wichtige Sicherheitsaspekte: Gute Stabilisierung vorher (Ressourcenarbeit, sicherer Ort) Langsame Annäherung - nicht zu schnell zu tief gehen Ausstiegsmöglichkeit kommunizieren ("Sie können jederzeit zurückkommen") Nachbearbeitung - was hat die Sitzung ausgelöst? Fazit Diese Sitzung zeigt, dass therapeutische Flexibilität kein "Abweichen vom Plan" ist, sondern oft genau das Richtige. Die Stellvertretertechnik hätte funktionieren können - aber die Regietechnik war in diesem Moment das passendere Werkzeug. Lernen wir Techniken, um sie zu kennen - aber nutzen wir sie, um zu heilen. Hinweis: T = Therapeut, K = Klientin. Gesprochene Passagen sind kursiv dargestellt. - URL: https://simh.ch/blog/stellvertreter-regietechnik/ ### Neues Buch: Medizinische Kommunikation *Published: 21.01.2022 | Category: Buch* Medizinische Kommunikation — Kommunikation in Klinik und ambulanter Patientenversorgung ist das neueste Buch von Christian Schwegler, entstanden in Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Fachpersonen aus Medizin und psychologischer Kommunikation. Hintergrund Der Deutsche Ethikrat hat wiederholt auf Kommunikationsdefizite im Gesundheitswesen hingewiesen. Empathische Patientenkommunikation — ein Thema, das im Medizinstudium selten ausreichend behandelt wird — ist der Schlüssel zu besseren Behandlungsergebnissen und höherer Patientenzufriedenheit. Für wen? Das Buch richtet sich an Ärztinnen, Pflegekräfte und Therapeutinnen, die ihre Kommunikation im klinischen Alltag verbessern möchten. Es ergänzt die SIMH-Buchreihe um die Perspektive der allgemeinen medizinischen Kommunikation — über den Rahmen der Hypnotherapie hinaus. - URL: https://simh.ch/blog/medizinische-kommunikation/ ### Der Hypnotherapeutische Video-Werkzeugkasten *Published: 15.11.2021 | Category: Buch* Das gedruckte Buch zum Sehen: Der Hypnotherapeutische Video-Werkzeugkasten von Christian Schwegler zeigt 25 hypnotherapeutische Grundlagentechniken in 30 Videos. Format USB 3.0-Stick mit 55 GB Inhalt. Alle Videos in 4K-Auflösung (3840×2160), insgesamt 12 Stunden Laufzeit. Untertitel zeigen Vorgehen und therapeutisches Rationale in Echtzeit. Inhalt Die Videos decken die Techniken ab, die auch in den Werkzeugkasten-Seminaren am SIMH gelehrt werden — von Induktionen über Ressourcenarbeit bis zur Schmerztherapie. Jede Technik wird vollständig demonstriert, mit sichtbaren Kommentaren zum therapeutischen Entscheidungsprozess. Für wen? Für Absolventinnen und Absolventen der SIMH-Kurse als Nachschlagewerk und für die Supervision. Auch als Ergänzung zum Buch Der Hypnotherapeutische Werkzeugkasten (2. Auflage) geeignet. Erhältlich direkt beim Verlag. - URL: https://simh.ch/blog/video-werkzeugkasten/ ### Buchtipp: Was ich gerne über Psychotherapie gewusst hätte *Published: 28.12.2018 | Category: Buch* Was ich gerne über Psychotherapie gewusst hätte, als mein erster Patient vor mir sass — 100 nützliche Ansätze für einen guten Start als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut. Kein Lehrbuch Dieses Buch von Christian Schwegler ist kein klassisches Lehrbuch, sondern eine Sammlung praktischer Einsichten aus zehn Jahren Therapiepraxis. Zusammengetragen aus Behandlungsnotizen, Supervisionen, Selbstreflexion und Fortbildungen. Für wen? Für Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger in der Psychotherapie — aber auch für erfahrene Kolleginnen, die sich an die eigenen Anfänge erinnern und dabei neue Impulse finden möchten. Die 100 Ansätze sind kurz, konkret und sofort anwendbar. - URL: https://simh.ch/blog/psychotherapie-praxisstart/ --- ## Contact - Website: https://simh.ch - Phone: +49-170-4724747 - Email: info@simh.ch - Address: Baselstrasse 10, CH-4222 Zwingen